Alternativen

WhatsApp ist nicht der einzige Messenger

Nachdem WhatsApp durch Facebook aufgekauft wurde, sind viele Benutzer verunsichert und haben Angst um ihre persönlichen Daten. So mancher hält Ausschau nach einem alternativen Messenger. Wir stellen einige vor.

SMSWhatsApp ist wohl die beliebteste Alternative zur SMS. Doch es gibt noch zahlreiche weitere Messenger.© BestPhotoStudio / Fotolia.com

Schon vor dem Besitzerwechsel von WhatsApp war bekannt, dass die Nachrichten-App gar nicht mal so sicher ist. Immer wieder wurden Sicherheitslücken aufgedeckt, zudem werden Daten unverschlüsselt an den Server übertragen. Und mit dem Besitzerwechsel der App befürchten nun Datenschützer sowie Nutzer, dass die Daten auch von Facebook genutzt werden. Für einige mag dies der ausschlagende Punkt sein, sich nach einer Alternativen für Whats App umzusehen. Andere haben vielleicht auch schon zuvor mit dem Gedanken gespielt, eine andere Messenger-App zu nutzen. Alternativen gibt es genügend; viele davon sind sicherer und einige auch kostenlos.

Nach Stiftung Warentest die sicherste App: Threema

Beim Schweizer Dienst Threema werden die versendeten Daten vom Sender bis zum Empfänger verschlüsselt. So soll verhindert werden, dass jemand anderes als die chattende Gruppe Zugriff zu den Nachrichten erhält. Besonders seit der Facebook-Übernahme von Whats App findet man Threema auf den vorderen Plätzen in den App-Stores. Threema ist keine Freeware, in den Stores zahlt man unter zwei Euro für die Messenger-App, dafür ist sie komfortabel zu bedienen und zeigt in der persönlichen Kontaktliste an, welcher der Freunde bereits Threema nutzt. Erhältlich ist die App sowohl für Android als auch für iOS und verbindet so zahlreiche Nutzer miteinander.

Telegram Messenger

Die Oberfläche von Telegram erinnert ein wenig an WhatsApp und die Nachrichten, die über die kostenlose Messenger-App versendet werden, lassen sich wie bei Threema von Anfang bis Ende verschlüsseln. Diese Verschlüsselung muss jedoch zuerst aktiviert werden, über die Funktion des sogenannten "Secret Chats".

Trotz dieser Funktion werfen Sicherheitsexperten ein kritisches Auge auf die App, da das Unternehmen zahlreiche Firmensitze in unterschiedlichen Ländern hat und die bei Telegram verwendeten Verfahren als lückenbehaftet gelten. Erhältlich ist die Freeware-App für Android, iOS und in einer inoffiziellen Version auch für Windows Phone.

Einfach und kostenlos: Surespot

Das kostenlose Surespot ist einfach zu bedienen, wenn auch im Gegensatz zu WhatsApp von der Nutzeroberfläche her etwas veraltet wirkt. Man kann es als durchaus schnell bezeichnen und es ist sowohl für Android als auch iOS verfügbar. Wer möchte, kann kostenpflichtig die Funktion für Sprachnachrichten freischalten.

Vertrauenswürdig erscheint Surespot wegen der durchgängigen Verschlüsselung (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung). Zudem informieren die Entwickler auf der Seite von Surespot genau darüber, wann und wie die Daten der Nutzer gespeichert werden und wer darauf Zugriff hat.

Aufsteiger aus der Schweiz: Text Secure

Neu aus der Schweiz kommt der Threema-Konkurrent Text Secure. Auch diese Messenger-App setzt auf die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, ist jedoch kostenlos. Die Open-Source-Software TextSecure steckt noch in den Kinderschuhen, weswegen manche Funktionen noch nicht ausgefeilt sind. Anfang 2014 gibt es die App nur für Android, wobei man Text Secure zeitnah auch für andere Betriebssysteme freischalten möchte. Ursprünglich war die App zur Verschlüsselung von SMS gedacht, in einer neuen Version richtete man jedoch auch einen übers Internet realisierten Live- und Gruppenchat ein.

Welchen Messenger wählen?

Welchen Messenger man letztendlich wählt, kommt wohl hauptsächlich darauf an, ob man auch seine Freunde und Bekannten zu dem jeweiligen Dienst überreden kann. Ein Messenger ohne Kontaktdaten bringt einem schließlich nicht sonderlich viel. Ein gutes Zeichen ist es bei Messengern immer, wenn der Quellcode frei zugänglich ist. So können Sicherheitsexperten diesen auf Sicherheitslücken überprüfen. Gleichzeitig heißt dies jedoch keineswegs, dass jeder Nachrichtendienst mit einem öffentlichen Quellcode sicher ist.

Auch auf eine durchgängige Verschlüsselung sollte man Wert legen, die grundsätzlich erstmal verhindern kann, dass Fremde leicht Zugang zu den eigenen Daten erhalten. Jedoch kann ein Nachrichtendienst nie sicherer als das Internet werden, über den er realisiert wird. Und das bietet beinahe immer irgendwelche Angriffspunkte.

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