Fitness-Tracker

Chef darf Gesundheit nicht per App überwachen

Eine Fitness-Überwachung durch den Chef ist unzulässig, so die Datenschützerin Andrea Voßhoff. Viele Unternehmen würden bereits die Gesundheit ihrer Mitarbeiter durch Fitness-Apps analysieren. Dadurch sollen Anzeichen von Stress erkannt werden.

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Berlin (AFP/red) - Firmen dürfen ihre Mitarbeiter nach Ansicht der Bundesdatenschutzbeauftragten Andrea Voßhoff (CDU) nicht mit Fitness-Apps überwachen. "Eine generelle, anlassunabhängige und nicht zweckbestimmte Überwachung des Gesundheitszustands" mit entsprechenden Geräten und Software sei "unzulässig", sagte Voßhoff der "Berliner Zeitung" vom Montag.

Freiwillige Teilnahme ebenfalls problematisch

Auch freiwillige Vereinbarungen hält sie für problematisch. "Die geltenden Vorschriften und Grundsätze würden umgangen, wenn der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer über dessen Einwilligung umfassende personenbezogene Gesundheitsdaten per Fitness-Apps erhielte." Auch sei fraglich, wie freiwillig eine solche Vereinbarung für den Mitarbeiter tatsächlich sein könne.

Wozu die Überwachung dienen soll

Laut der Zeitung überwachen Unternehmen ihre Mitarbeiter zunehmend mit Hilfe von sogenannten Fitness-Trackern und Smartphone-Apps. Die Daten sollten genutzt werden, um Anzeichen von Stress und Überforderung zu erkennen und so krankheitsbedingte Ausfälle zu verringern. Mittlerweile gebe es spezielle Programme, die sich explizit an Arbeitgeber richteten.

Gefahr des Missbrauchs

Die Kontrolle des Gesundheitszustandes durch den Arbeitgeber berge die Gefahr "unzähliger Missbrauchsszenarien", sagte Voßhoff dem Blatt. Dies könne sich etwa "bei der nächsten Kündigungswelle" zeigen, wenn es um die Frage gehe, auf wen das Unternehmen am ehesten verzichten kann.

Auch IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban äußerte sich kritisch. "Es scheint bei der Überwachung der Beschäftigten keine Schamgrenzen mehr zu gebe", sagte er der Zeitung. "Auch rechtlich sind freiwillige Einwilligungen nicht wirksam." Derartige Regelungen setzten in einem Betrieb "alle unter Zugzwang".

So funktionieren Fitness-Tracker

Vernetzte Geräte wie etwa Fitness-Armbänder können zahlreiche Körperfunktionen überwachen und sportliche Betätigung erfassen. Die Daten werden dann meist an ein Smartphone weitergegeben und mit speziellen Apps ausgewertet.

Quelle: AFP

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