Grünes Licht

Frequenzauktion im zweiten Quartal 2015

Für eine erneute Frequenzauktion hat die Bundesnetzagentur jetzt grünes Licht gegeben. Frequenzen um 700 MHz sollen im zweiten Quartal 2015 versteigert werden; der Erlös soll für den weiteren Breitbandausbau eingesetzt werden.

Handymast© jomar / Fotolia.com

Bonn (dpa/AFP/red) - Die Bundesnetzagentur hat die Weichen für den Ausbau des schnellen Internets in Deutschland gestellt. Im zweiten Quartal 2015 soll dazu im Mobilfunk ein Frequenzpaket von 270 Megahertz unter den Hammer kommen. Der Beirat der Behörde gab am Montag in Bonn grünes Licht für die Pläne. Die Frequenzen um 700 MHz sollen Funkzellen mit mindestens 50 Mbit/s versorgen.

Flächendeckende Breitbandversorgung angepeilt

"Wir haben uns gemeinsam darauf verständigt, dass jeder Netzbetreiber verpflichtet wird, eine flächendeckende Breitbandversorgung von mindestens 97 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland sicherzustellen", erklärte der Vorsitzende des Gremiums, Joachim Pfeifer. Allen Bundesbürgern solle überall im Land ein hochleistungsfähiges Internet angeboten werden.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), der auch für die digitale Infrastruktur zuständig ist, lobte den Beschluss: "Mit der heutigen Entscheidung ist der Weg für eine schnelle Vergabe der Frequenzen geebnet. Ich erwarte aus den Erlösen einen Milliardenbetrag, den wir in den Ausbau mit schnellem Breitband in unserem Land investieren werden."

Erlöse gehen an Bund und Länder

Nach der Entscheidung des Beirats, dem Mitglieder des Bundestags und Vertreter der Länder angehören, kann die Bundesnetzagentur im ersten Halbjahr 2015 mit der Frequenzauktion beginnen. Dabei werden Mobilfunkfrequenzen versteigert, deren Laufzeit demnächst endet, sowie Rundfunkfrequenzen, die durch die Umstellung auf die Digitaltechnik frei werden. Die Erlöse aus der Auktion werden je zur Hälfte auf Bund und Länder verteilt. Kommunen können beim Bund Mittel für den Ausbau in ihren Gemeinden beantragen.

Update: Auktionen im Mai und Juni

Mobilfunkunternehmen können seit Donnerstag bei der Bundesnetzagentur Zulassungsanträge für die Versteigerung von sogenannten Breitband-Frequenzen einreichen. Die Auktionen sollen im Mai und Juni stattfinden, wie die Netzagentur am Donnerstag in Bonn mitteilte.

Die Frequenzen im 700-Megahertz-Bereich benötigen der Netzagentur zufolge "relativ wenige" Funkstationen und eignen sich deshalb besonders gut, um den ländlichen Raum mit Breitbandverbindungen zu versorgen. Außerdem sei der Empfang der Frequenzen auch in geschlossenen Räumen vergleichsweise gut. Genutzt werden könnten die Frequenzen allerdings erst "schrittweise" ab 2017. Zeitgleich versteigert die Netzagentur auch 900- und 1800-Megahertz-Frequenzen, deren Nutzungsrechte Ende 2016 auslaufen.

Quelle: AFP, DPA

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