Handy im Ausland

Studie: So teuer ist Prepaid-Roaming

Datenroaming kann außerhalb Europas schnell zur Kostenfalle werden. Das gilt besonders für Prepaid-Tarife, wie das Portal TopTarif ermittelt hat. Immerhin verlangen 17 von 30 Anbietern kein Geld mehr für eingehende Anrufe innerhalb der EU.

Handy im Urlaub© teressa / Fotolia.com

Berlin – Datenroaming außerhalb Europas ist bei Prepaid-Tarifen eine Kostenfalle. In einem USA-Urlaub werden pro Megabyte – was etwa einer Minute Musik-Streaming entspricht – je nach Anbieter zwischen 14 Cent und 13 Euro fällig. Das Vergleichsportal TopTarif hat die größten Prepaid-Anbieter und Länderregionen unter die Lupe genommen. Wer innerhalb Europas reist, muss zwar nicht mit solch hohen Kosten rechnen, aber auch hier zeigt die Auswertung große Unterschiede. Lediglich "ADAC Prepaid" und "blau Mobilfunk" haben für alle Länderzonen verhältnismäßig gute Konditionen.

Eingehende Anrufe im EU-Ausland oft kostenlos

17 der 30 getesteten Mobilfunkanbieter lassen sich eingehende Anrufe innerhalb Europas nicht mehr bezahlen. Damit sind Verbraucher in punkto Telefonieren im Ausland flexibler geworden. Wer allerdings selbst zum Telefon greifen möchte, zahlt pro Minute zwischen 7 und 28 Cent. "Für EU-Reisende, die auch im Ausland nicht auf das Handy verzichten möchten, ist es generell ratsam, sich über Wochenpakete der Anbieter zu informieren. Diese schließen meist ausreichend Freiminuten und mobiles Internet ein und sind bei den meisten Anbietern für unter 10 Euro zu haben", rät Klaus Hufnagel, Geschäftsführer von TopTarif, EU-Reisenden.

Datenroaming bei Fernreisen: Bis zu 13 Euro pro Megabyte

Solche Pakete sind für Reisen außerhalb der EU selten. Die Analyse zeigt: Prepaid-Tarife sind für Fernreisen ungeeignet. Hier sollten Verbraucher entweder vor Ort eine landeseigene SIM-Karte kaufen oder ganz auf Roaming verzichten. Denn gerade das mobile Surfen kann schnell in einen zweistelligen Bereich gehen: Der Preis pro Megabyte variiert je nach Anbieter zwischen 14 Cent und 13 Euro! Zum Vergleich: Ein Durchschnittsnutzer in Deutschland verbraucht etwa 300 Megabyte im Monat. Wer in einem vierwöchigen Urlaub beim teuersten Anbieter diese Handynutzung beibehalten würde, hätte eine fiktive Rechnung von 3.900 Euro. Die meisten Anbieter halten allerdings auch bei Fernreisen die Kostendeckelung von knapp 60 Euro ein. Wenn das Kostenlimit erreicht ist, werden Handynutzer darüber informiert und müssen einer weiteren Nutzung erst aktiv zustimmen.

Verbraucher sollten Tarife genau prüfen

Vor einer Reise sollten Verbraucher daher die Tarife genau unter die Lupe nehmen. Für viele Ziele in Europa gibt es auch bei Prepaid-Anbietern gute Angebote. "Wer allerdings zum Beispiel einen USA-Urlaub plant oder in Thailand überwintern möchte, der sollte entweder vor Ort eine SIM-Karte kaufen oder das Telefon nur im öffentlichen WLAN nutzen. Denn selbst eingehende Anrufe kosten hier pro Minute etwa einen Euro", erklärt Klaus Hufnagel. Prepaid-Karten fürs Ausland kann man auch schon von Deutschland aus bestellen und hat dann vor Ort weniger Stress.

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