Training

Test: Vorsicht bei Fitness-Apps

Fitness-Apps liegen voll im Trend, allerdings gibt es auch hier große Qualitätsunterschiede. Die Zeitschrift Computer Bild hat fünf Applikationen getestet. Erschreckend: Einige der Übungen könnten der Gesundheit sogar schaden.

ZeitKeine der getesteten Fitness-Apps erkundigte sich nach gesundheitlichen Problemen.© Ovidiu Iordachi / Fotolia.com

Hamburg (red) – Frühlingszeit ist Sportzeit: In den App-Stores buhlen daher viele Entwickler mit entsprechenden Fitness-Apps um die Gunst der Nutzer. Die digitalen Helfer sollen an Übungen erinnern, anfeuern, über Leistungsfortschritte informieren und individuell erstellbare Trainingspläne liefern. Computer Bild nimmt in der aktuellen Ausgabe 9/2015 fünf populäre App-Angebote unter die Lupe. Die Auswahl der Apps erfolgte nach aktuellen Downloadzahlen. Fazit: "Das Niveau der vorgeschlagenen Work-outs ist teils viel zu hoch und berücksichtigt individuelle körperliche Eigenschaften nicht genug", sagt Thomas Vattrodt, Redakteur bei der Zeitschrift.

Gesundheitszustand wird nicht abgefragt

Keine der getesteten Apps erkundigte sich bei der Ermittlung des geeigneten Trainingsprogramms nach gesundheitlichen Problemen der Anwender. Außerdem auffällig: Die Apps erfassten oft zwar die jeweiligen Gewichte der Nutzer, stimmten die Trainingspläne jedoch nicht passend darauf ab. Vattrodt rät: "Anfänger sollten sich die Übungen lieber erst vom Experten zeigen lassen, bevor sie zur App greifen. Denn einige Einsteigerpläne könnten sogar echte Fitnessprofis an ihre Grenzen bringen." So berechnete eine App etwa 20 Klimmzüge für Anfänger – eine klare Überforderung.

Testsieger: Virtuagym Pro

Am meisten überzeugen konnte das Angebot von Virtuagym Pro. "Für knapp sieben Euro im Monat bietet die App umfangreiche Trainingspläne und 400 Übungen. Wer sich schon auskennt, findet beim Testsieger Inspiration und neue Übungen", erläutert Vattrodt. Allerdings schlichen sich auch hier einige wenige Fehler ein, die zu Haltungsschäden führen können.

Der Zweitplatzierte Freeletics punktete mit dem besten individuellen Work-out im Test, verfügt aber nur über eine verhältnismäßig geringe Anzahl an Übungen (35 Stück). Außerdem ist keine Auswahl nach Muskelgruppen möglich. Des Weiteren fiel die App mit einem hohen Abonnementpreis von 35 Euro negativ auf. Erfreulich: Sie informierte am detailliertesten über Gefahren durch Überbelastung und Fehlhaltungen.

Einige Übungen wurden als gefährlich eingestuft

Die Angebote "7 Minuten Training" und "7 Minuten Workout" erhielten Punktabzug wegen der geringen Anzahl an Übungen, dem starren Ablauf und der kaum vorhandenen Abwechslung beim Training. Einige der Übungen, wie das rückwärtige Trizeps-Drücken am Stuhl, befanden Gesundheitsexperten gegenüber der Testredaktion sogar als gefährlich.

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