Kostenschutz

Drittanbietersperre – Schluss mit ungewollt hohen Rechnungen

Teure und häufig überraschende Abrechnungen von Drittanbietern, die über die Handyrechnung kommen, müssen sich seit 2012 laut Gesetz mittels einer Drittanbietersperre verhindern lassen. Diese beantragt man bei seinem Tarifanbieter. Erfahren Sie hier mehr über die Drittanbietersperre!

Smartphone© contrastwerkstatt / Fotolia.com

Kaum jemand, der noch nie eine kostenpflichtige App auf seinem Smartphone installiert hätte. Den Kaufpreis kann man sich unter anderem auf die Handyrechnung schreiben lassen. Solange das kontrolliert und gewollt ist, alles ok. Leider gibt es auch immer wieder Kostenfallen, unter anderem in Abo-Form, bei welchen Drittanbieter sich das Geld vom Provider holen. Dieser gibt die Kosten natürlich weiter. Die Folge: Eine hohe Handyrechnung, die schlimmstenfalls sogar unbemerkt bleibt.

Mit der Drittanbietersperre kann man dem mit Hilfe seines Tarifanbieters kostenlos einen Riegel vorschieben. Diese Option steht seit der Novellierung des Telekommunikationsgesetztes Mitte 2012 jedem offen. Alle Dienste, die von Dritten über die Telefonrechnung abgerechnet werden, sind nach der Einrichtung der Drittanbietersperre nicht mehr erreichbar.

Diese Dienste lassen sich sperren

Je nach Mobilfunkanbieter lässt sich die Drittanbietersperre unterschiedlich gestalten. Grundsätzlich jedoch lassen sich alle Mehrwertdienste und sogenannte Premium-Dienste von anderen Anbietern mit der Drittanbietersperre verhindern. Hierunter fallen sowohl Premium-SMS, WAP, kostenpflichtige Apps und Browserspiele als auch Abo-Fallen.

Ist die Drittanbietersperre erst einmal aktiv, lassen sich keinerlei kostenpflichtige Drittanbieter-Dienste mehr nutzen, welche anschließend auf der Handyrechnung stehen. Möchte man doch einen solchen Dienst nutzen, muss die Sperre erst wieder aufgehoben werden. Wichtig zu wissen: Natürlich kann man weiterhin Apps kaufen, denn die App-Shops bieten in der Regel andere Bezahlmöglichkeiten an. Man kann also beispielsweise weiter mit der Kreditkarte oder auf Guthaben-Basis bei Google Play einkaufen.

So aktiviert man die Drittanbietersperre

Wie man die kostenlose Drittanbietersperre einrichtet, hängt vom Mobilfunkanbieter ab. Auskunft erhält man bei der Hotline des Mobilfunkbetreibers, auch eine Sperre kann man hier grundsätzlich direkt einrichten lassen. Zudem sind die Anbieter gesetzlich dazu verpflichtet, über die Drittanbietersperre an geeigneter Stelle zu informieren. Umgesetzt wird das von den unterschiedlichen Anbietern mehr oder minder gut.

Bei allen führenden Anbietern wie der Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 lassen sich die Drittanbietersperren außerdem eigenständig über das Kundencenter einrichten. Häufig kann man zwischen verschiedenen Sperren unterscheiden. So kann diese vollständig eingerichtet oder es können Ausnahmen getroffen werden.

Was passiert mit laufenden Abos?

Egal ob ein gewolltes oder ungewolltes Abo: Mit Einrichtung der Drittanbietersperre funktioniert die Abbuchung über die Handy-Rechnung nicht mehr, sodass betroffene Dienste nicht mehr erreichbar sind. Wird die Drittanbietersperre wieder aufgehoben, laufen alle Abos grundsätzlich weiter – ungewollte Abos sollten also trotzdem gekündigt werden.

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