Roamingkosten

Mit dem iPad im Ausland – So geht nichts schief

Natürlich bietet sich das handliche iPad förmlich an, auch mit in den Urlaub genommen zu werden. Man sollte dabei jedoch einige Punkte beachten, damit der Auslandsaufenthalt nicht teurer wird als geplant. Was genau Sie beachten müssen, welche Lösungen und Alternativen es gibt, erfahren Sie hier.

Mobiles Internet Ausland© Maridav / Fotolia.com

Linden (red) - Zuerst einmal sollte man wissen, was passiert, wenn man sich mit seinem iPad ohne jegliche Vorbereitung ins Ausland begibt. Nutzt man das Internet im Ausland über die deutsche SIM-Karte, entstehen sogenannte (Daten-)Roaming-Kosten.

Roaming und wer daran beteiligt ist

Jede Datenanforderung läuft über den Anbieter in Deutschland und wieder zurück, für die Datenübermittlung müssen aber fremde Netze genutzt werden. Dafür werden sogenannte Roaming-Gebühren fällig, die der deutsche Provider an den Kunden weitergibt.

Wo man früher Angst vor horrenden Preisen hatte, hat die EU mittlerweile Preisobergrenzen und Kostensperren eingerichtet. So kostete das Megabyte im EU-Tarif seit 2014 nur noch maximal 20 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer. Möglicherweise zahlt man auch weniger, weil höchstens fünf Cent auf den Preis des Heimattarifs aufgeschlagen werden dürfen. Außerdem erlauben bereits viele Mobilfunker die Mitnahme der gewohnten Leistungen ins Ausland – ohne Zusatzkosten.

Wer knapp vor der Maximalgrenze von 60 Euro monatlich ist, erhält eine Benachrichtigung, dass das Internet bald gekappt wird – sofern der Nutzer dem nicht widerspricht. Diese Preisobergrenze ist jedoch unter Umständen schnell erreicht, wenn ein Megabyte mehrere Euro kostet. Dies ist außerhalb der E noch häufig der Fall. Eine Stunde im Netz gesurft oder zwei, drei Videoclips angeschaut, und schon hat man das Limit erreicht.

Mögliche Fallstricke

So sicher man sich auch durch die EU-Kostenbremse fühlen mag, es gibt doch einige Schlupflöcher. Beispielsweise geben einige Anbieter an, der ausländische Partner könne nicht in Echtzeit abrechnen – was zu einem Überschreiten des Kostenlimits führen kann. Außerdem sollte man unbedingt vor Abreise schauen, welcher Auslandstarif voreingestellt ist – das muss nämlich nicht der regulierte EU-Tarif sein, sondern kann auch ungünstiger ausfallen.

Abhilfe durch spezielle Tarife

Natürlich hat der Markt bereits auf das teure Surfen im Ausland reagiert. So bieten deutsche Provider spezielle Roaming-Tarife an. Diese bieten ein Inklusivvolumen für die Tages- oder auch die längerfristige Nutzung an. So kann jeder Geld einsparen, selbst wenn das Internet nicht allzu oft genutzt wird. Günstige Möglichkeiten gibt es hier vorwiegend im EU-Bereich. Entscheidet man sich für einen Tageszugang, zahlt man etwa drei bis fünf Euro, hat aber nur ein relativ kleines Datenvolumen zur Verfügung. Ob der Zugang danach eingestellt wird, gedrosselt wird oder man für jedes weitere MB zusätzlich zahlt, sollte man ebenfalls herausfinden.

Abgesehen davon, dass für Länder außerhalb der EU noch kaum attraktive Pakettarife zur Auswahl stehen, stoßen Vielsurfer mit den Angeboten der Mobilfunker sehr schnell an ihre Grenzen. Zum Glück gibt es jedoch weitere Möglichkeiten.

Ausländische SIM-Karten fürs iPad

eine intensive Internetnutzung des iPad im Ausland könnte sich eine SIM-Karte von einem lokalen Provider im Urlaubsland anbieten. Natürlich ist das ein wenig umständlicher, als beim deutschen Anbieter einfach eine Option zu buchen, könnte sich aber trotzdem lohnen. Bei dieser Option ist es besonders wichtig, dass das iPad überhaupt mit einer anderen SIM-Karte genutzt werden kann. Hat es einen SIM-Lock oder darf der Anbieter frei gewählt werden? Beispielhaft kann hier ein italienischer Tarif von "Wind" genannt werden. Hier erhält man für zehn Euro eine SIM-Karte und für 20 Euro zehn Gigabyte Datenvolumen. Hier sollte die Preisersparnis offensichtlich sein und auch der Vielsurfer dürfte glücklich werden.

Wer sich eine SIM-Karte gern schon von Zuhause aus bestellen möchte und nicht wertvolle Urlaubszeit der Prozedur opfern will, der kann auch das tun. In unserer Übersicht über Datenkarten fürs Ausland finden sich einige Vorschläge, von denen die meisten dank Micro-/Nano-Sim auch mit dem iPad im Ausland genutzt werden können.

"Globale" SIM-Karten

Vergleichsweise neu auf dem Markt sind SIM-Karten für den globalen Gebrauch. So bleiben Vielreisende von einer Kartensammlung verschont. Preise und verfügbares Datenvolumen schwanken von Anbieter zu Anbieter stark. Möchte man einen solchen Tarif in Anspruch nehmen, sollte man genau auf die Leistungen achten. Auch einen Blick auf die inkludierten Länder sollte man werfen. Denn global heißt in diesem Fall nicht weltweit. In der Regel werden nur bestimmte Länder mit der Karte abgedeckt, auch hier schwankt die Zahl je nach Anbieter. Bei diesem Angebot sollte man sich gut überlegen, ob es sich tatsächlich lohnt und genauestens ins Kleingedruckte sehen. Ansonsten gilt wohl: Man lasse diesem Angebot noch ein wenig Zeit, sich zu optimieren.

UMTS-Modem bringt mehrere Geräte online

Eine weitere Alternative, um im Internet zu surfen, ist ein UMTS-Modem. Dieses dürfte besonders für Nutzer eines iPads mit SIM-Lock oder Besitzer der "Nur-WLAN-Version" attraktiv sein. Hier kann man die gewohnte SIM-Karte weiterbenutzen und sogar mehrere Geräte gleichzeitig über den Router online schicken. Der tragbare Hotspot verbindet das iPad auch im Ausland mithilfe von WLAN mit dem Netz, eine Datenkarte eines lokalen Anbieters kann eingelegt werden. Bedenken sollte man hierbei die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten: Ein UMTS-Modem kostet zwischen 50 und mehreren Hundert Euro – je nachdem, wie klein, welche Funktionalität und von welchem Anbieter. Auch problematisch gestaltet sich die Akkulaufzeit der Mini-Router, denn sie haben oft nur eine Kapazität von wenigen Stunden.

Surfen über WLAN-Hotspots

Schließlich sollten auch WLAN-Hotspots Erwähnung finden. Kostenfreie Hotspots sind in vielen Ländern weit verbreitet und ermöglichen den Internetzugang in Unterkünften, Cafés und Restaurants. Anderenorts, etwa in Hotels, wird auch oft eine Nutzungsgebühr gefordert. Sofern man hier darauf verzichtet, sensible Daten durchs Netz zu senden, oder wenn das Hotel einen verschlüsselten Zugang anbietet, kann auch das für die gelegentliche Nutzung ausreichen. Hier muss man sich keine Gedanken um SIM-Karten, Verträge oder Ähnliches machen.

Roaming-PreisobergrenzenDie Preisobergrenzen für das Roaming in der EU sind seit ihrer Einführung immer weiter gesunken.

Fazit: Vorab informieren!

Obwohl die EU die Preise reguliert hat, sind die Kosten für die mobile Internetnutzung vor allem außerhalb der EU immer noch enorm. Selbst Wenignutzer des Internets sollten sich aus diesem Grund nach einem Roaming-Tarif eines deutschen Anbieters umsehen, um nicht mehr als nötig für das Abrufen der E-Mails zu zahlen.

Mit etwas mehr Aufwand, dafür jedoch oft bedeutend kostengünstiger gibt’s das Internet beim Provider aus dem jeweiligen Reiseland, wonach sich besonders Vielnutzer umsehen sollten. Aber auch für den kleinen Datenbedarf kann es sich lohnen. UMTS-Modems können für Besitzer eines iPads mit SIM-Lock attraktiv sein, globale SIM-Karten kommen in der Regel nur für Vielreisende in Frage, die auch entsprechenden Datenfluss haben.

Bei all diesen Möglichkeiten sollte man sich schon vor der Reise Gedanken machen, wie viel Zeit man im Internet verbringen wird und welches der Angebote am sinnvollsten für den eigenen Bedarf ist. Klärt man alles im Voraus, kann man die Internetkosten als festen Punkt einplanen und muss nicht während der Reise feststellen, dass das Geld knapp wird.

Aktualisiert im Mai 2016
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