Sondernummern

Mit dem Handy 0180 & Co. anrufen

Für Anrufe auf Service-Rufnummern fallen teils immense Kosten an. Speziell Handy-Telefonierer tappen, was die Gebühren angeht, häufig im Dunkeln, weil nirgends die Minutenpreise angegeben sind. Immerhin gelten für 0180-Nummern Preisobergrenzen.

Mobiltelefonie© Franz Pfluegl / Fotolia.com

Frankfurt/Main (afp/red) - Bei allen anderen sogenannten Mehrwert-Vorwahlen ist das Risiko einer Kostenfalle aber weiter gegeben. Dazu kommt, dass die unterschiedlichen Mobilfunkprovider auch unterschiedliche Kosten dafür berechnen, wenn mit dem Handy Service- Sondernummern angerufen werden. Diese Nummern werden auch von praktisch keiner Flatrate abgedeckt.

Ein Blick in die Preisliste oder den Handyvertrag kann Aufschluss geben, auch wenn die entsprechenden Passagen nicht immer leicht zu finden sind. Sonderrufnummern werden teilweise im Prepaid-Bereich anders bepreist als bei Vertragskunden, zudem gibt es Änderungen im Tagesverlauf und teilweise wird pro Anruf und pro Minute ein bestimmter Betrag fällig. Einige allgemeine Aussagen lassen sich dennoch machen.

So viel zahlt man für Anrufe auf Service-Nummern

0800: Die Vorwahl ermöglicht kostenfreie Anrufe bei Service Hotlines - auch mit dem Handy. Die Kosten übernehmen Unternehmen oder Behörden, die eine solche Rufnummer anbieten. Nach wie vor sind aber viele 0800-Nummern für Anrufe von Handys und aus Telefonzellen gesperrt - wegen der höheren Kosten für die Unternehmen.

0180:Über die Gebühr entscheidet die erste Ziffer nach der 0180. Unter 0180-1 entstehen Kosten von rund vier Cent für jede angefangene Minute bei Anrufen aus dem Festnetz, bei 0180-3 sind es neun Cent, und bei 0180-5 fallen 14 Cent an. Bei der Vorwahl 0180-2 zahlen Verbraucher eine Pauschale von sechs Cent pro Anruf, unter 0180-4 und 0180-6 sind es 20 Cent. Wer mit dem Handy 0180 wählt, der zahlt deutlich mehr. Hier gilt eine einheitliche Preisobergrenze für Handy-Anrufe von 42 Cent pro Minute oder 60 Cent pro Anruf. Eine Ausnahme stellt noch die 0180-7 dar: Hier sind die ersten 30 Sekunden stets kostenfrei, danach zahlen Festnetz-Anrufer 14 Cent, Handytelefonierer bis zu 42 Cent pro Minute. Wer nicht die Gelegenheit hat, den genauen Preis zu überprüfen, macht nichts falsch, wenn er den höchstmöglichen Preis annimmt, denn die Anbieter reizen diese Grenzen oft aus.

0137 und 0138: Bei beiden Vorwahlen handelt es sich um Nummern, die vor allem Fernsehsender für Gewinnspiele oder bei Abstimmungen einsetzen. Für die Sender hat sich dies zu einer erheblichen Einnahmequelle neben der Werbung entwickelt. Im Festnetz gibt es je nach Nummer Pauschalpreise zwischen 14 Cent und einem Euro pro Gespräch oder 14 Cent pro Minute. Die Kosten für Anrufe vom Handy weichen hiervon ebenfalls in aller Regel deutlich ab, bei der Telekom zahlt man beispielsweise zwischen 29 Cent und 1,49 Euro pro Minute.

0900: Hinter der Vorwahl verbergen sich sogenannte Premiumdienste - in aller Regel Unterhaltungsangebote oder Service-Hotlines von Unternehmen, bei denen Anrufe mitunter sehr kostspielig werden können. Feste Gebührenvorgaben für die Anbieter gibt es nicht. Das Telekommunikationsgesetz sieht lediglich bestimmte Höchstgrenzen für die Telefongebühren vor. So darf ein Anruf unter einer 0900-Nummer pro Minute höchstens drei Euro kosten und muss im 60-Sekunden-Takt abgerechnet werden. Daneben können sich Anbieter für eine zeitunabhängige Abrechnungsvariante entscheiden, die nur eine Gebühren-Obergrenze von 30 Euro vorschreibt. Die Gebühren für 0900-Verbindungen müssen dem Verbraucher vor Beginn der Berechnung angesagt werden.

118: Hier handelt es sich um Auskunfts-Rufnummern, bei denen Verbrauchern ebenfalls hohe Kosten entstehen können. Ein Beispiel für eine Auskunfts-Nummer ist die Telefon-Auskunft der Deutschen Telekom unter 11833. Ein Anruf aus dem Telekom-Festnetz kostet hier 1,99 Euro pro Minute. Für die Vermittlung von Gesprächen fallen weitere Gebühren an. Von Handys sind die Gebühren auch hier oft noch höher.

Regelung zu Warteschleifen

Ab dem 1. Juni 2013 darf eine Warteschleife bei Sonderrufnummern nur noch bei einem Festpreis für die gesamte Verbindung verwendet werden oder aber mit einer zeitabhängigen Abrechnung, bei der der Anrufer aber für die Dauer der Warteschleife nicht zahlen muss. Uneingeschränkt dürfen Warteschleifen aber noch bei Mobilfunknummern und Ortsnetzrufnummern sowie ohnehin kostenlosen Rufnummern eingesetzt werden. In den anderen Fällen muss der Anrufer zudem zu Beginn des Telefonats über die voraussichtliche Dauer informiert werden und darüber, ob ein Festpreis anfällt oder der Angerufene die Kosten übernimmt. Im Falle eines Verstoßes droht ein Bußgeld. Auch nachgelagerte Warteschleifen bei Sonderrufnummern müssen jetzt kostenlos sein. Um eine nachgelagerte Warteschleife handelt es sich beispielsweise, wenn der Kunde nach dem ersten Abheben noch weitere Ziffern eingeben muss, um durchgestellt zu werden.

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