Grenzgänger

Mit dem Smartphone ins Ausland: Tipps für Pendler

Viele Berufstätige pendeln zwischen Deutschland und Polen oder anderen EU-Ländern. Sie müssen für Kunden und Auftraggeber ständig erreichbar sein, wollen telefonieren und im Internet surfen und das möglichst günstig. Worauf muss man achten?

Business Tarife© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Hamburg (dapd/red) - Ein Tarif für mehrere Länder? Zwei SIM-Karten? Oder gleich verschiedene Telefone mitnehmen? Grundsätzlich gilt es, das für die eigenen Bedürfnisse beste Angebot zu wählen. Dies zu finden in der Flut von Tarifen, Pauschalen, Flatrates, Zusatzpaketen und Sonderkonditionen auf dem europäischen Mobilfunkmarkt ist aber nicht ganz einfach.

Fürs Surfen im Ausland den richtigen Tarif finden

Flatrates, die man in Deutschland nutzt, gelten im Ausland grundsätzlich nicht. Möchte man also auch jenseits der deutschen Grenze mobil ins Internet, benötigt man einen WLAN-Zugang oder aber einen besonderen Tarif, sonst wird es teuer. Wer sich bereits in Deutschland darum kümmern will, für den gibt es verschiedene Prepaid-Karten fürs Ausland oder auch spezielle Prepaid-Datenkarten, mit denen man im Internet surfen kann.

Einige Mobilfunkanbieter haben auch spezielle Auslandsoptionen zum Zubuchen oder sogar direkt in die Tarife integriert. Hier sollte man sich unbedingt erkundigen.

Zeit- oder Volumentarife?

Im Ausland sollte man sich lieber für einen zeitabhängigen Tarif entscheiden, nicht für einen volumenabhängigen, rät Anneke Voß, Telekommunikations- und Medienexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg. "Viele Anbieter haben beispielsweise eine 24-Stunden-Flatrate im Programm. Dafür bezahle ich einmal. Nach Ablauf der Zeit ist Schluss". So behielten Nutzer die Kontrolle über ihren Verbrauch. Zeitabhängige Tarife eignen sich besonders für Pendler die nur E-Mails abrufen wollen. Je nach Anbieter gibt es Tages- oder Wochenflatrates.

Vorsicht vor Folgekosten

Bei volumenabhängigen Tarifen bezahlt der Kunde eine Grundgebühr für eine bestimmte Datenmenge. Ist diese erreicht, werden die Byte-Raten der Daten stufenweise gedrosselt und der Anbieter kassiert extra. "Da ist es kompliziert, den Überblick zu behalten", warnt die Expertin. Nur wer sein Datenaufkommen genau einschätzen kann, könnte mit einem Volumentarif gut bedient sein. Bei den meisten Mobilfunkanbietern wählt man zwischen Paketen mit 30, 200 und 400 Megabyte sowie fünf Gigabyte. Damit ist die Lage hier etwas anders als in Deutschland, wo die Surftarife zwar gedrosselt werden, aber nur in Ausnahmefällen noch Folgekosten entstehen.

Achtung in Grenzregionen

In Grenzregionen müssen Pendler und Reisende mit versteckten Kosten rechnen. "Das Handy wählt sich in das Netz mit dem jeweils stärksten Signal ein - und das ist nicht immer das günstigste", betont Voß. Besonders während eines Aufenthalts in einem Dreiländereck wie Deutschland, Polen und Tschechien besteht die Gefahr zusätzlicher Kosten. Um diese zu vermeiden, sollten Nutzer in den Einstellungen des Geräts statt der automatischen die manuelle Netzwerksuche wählen. Dazu wählt man unter Einstellungen den Netzbetreiber und deaktiviert die automatische Suche.

Auf der Fähre Telefon ausschalten

Besonders teuer kann das Surfen und Telefonieren auf Fähren werden. Auf dem offenem Meer besteht keine Verbindung mehr zu den Netzen an Land. Dann wählt sich das Smartphone in ein internationales Schiffsnetz oder in andere maritime Netze ein, die nicht mehr den EU-Richtlinien für Datenroaming unterliegen. Anneke Voß sagt: "Hier winken meist Mondpreise, das kann sehr teuer werden." Deshalb rät die Expertin: "Am besten das Smartphone während der Fährüberfahrt ausschalten."

Praktisch: Ein Handy, zwei Karten

Ein Dual-Sim-Handy ist eine tolle Möglichkeit für Geschäftsreisende, denn in diesen Handy kann man zwei SIM-Karten parallel betreiben. Man ist für die Anrufer zuhause unter der gewohnten Nummer erreichbar, kann aber gleichzeitig eine Karte eines ausländischen Providers im selben Gerät nutzen. Man braucht also keine zwei Telefone mehr mitzunehmen. Vor allem außerhalb der EU sollte man aber darauf achten, dass im Ausland auch Roamingkosten anfallen, wenn man aus Deutschland angerufen wird. Hier kann es in der Summe günstiger sein, sich auf der ausländischen Karte anrufen zu lassen, wenn der Anrufer Call-by-Call oder Callthrough nutzt.

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