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Auslandsanrufe

Roaming-Nepp: Wenn der Angerufene zahlen muss

Wer Familie oder Freunde im Ausland anruft, gerade mit dem Handy, hat oftmals eine hohe Telefonrechnung. Was viele nicht wissen: Auch der Angerufene wird im Ausland zur Kasse gebeten, wenn er ein deutsches Handy nutzt.

Preise© M. Schuppich / Fotolia.com

Linden (red) - Wer mit Freunden oder Verwandten im Ausland telefoniert, hat hinterher oft mehr zu zahlen als gedacht. Die Telefon-Flatrates, die bei der Telekom und einigen Kabel- oder DSL-Anbietern inzwischen quasi dazu gehören, gelten in der Regel nur für das deutsche Festnetz. Wer bei Auslandsgesprächen sparen will, sollte deshalb Call-by-Call- oder Callthrough-Anbieter nutzen. Mit beiden kann man günstig in andere Länder telefonieren. Wer einen Telekom-Anschluss hat, nutzt Call by Call, alle anderen die Variante Callthrough. Beides funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Einfach mit Hilfe eines Tarifrechners einen Anbieter auswählen, die jeweilige Vorwahl vor der Nummer, die man anrufen möchte, vorwählen und los geht's.

Roaming: Wann der Angerufene zahlen muss

Ruft man Freunde oder Familienmitglieder an, die gerade im Ausland Urlaub machen, sollte man auch an deren Rechnung denken. Durch das so genannte Roaming, das Mitnutzen fremder Netze, können auch dem Angerufenen Kosten entstehen, wenn man ihn auf seinem deutschen Handy anruft. Zwar gilt in Mitgliedsstaaten der EU inzwischen der Euro-Tarif, aber auch dieser ist kein Schnäppchen. So kostete ein ankommender Anruf in den Euro-Ländern deutsche Telefonkunden seit 1. Juli 2012 zehn Cent pro Minute, ein abgehender noch 35 Cent pro Minute. Die Entwicklung der Roaming-Gebühren zeigt unsere Grafik. Außerhalb der EU sind ankommende und abgehende Gespräche noch deutlich teurer. Deshalb sollte man grundsätzlich daran denken, die Mailbox auszuschalten oder nur für wirklich dringende Fälle anzulassen. Gerade die Funktion des Anrufbeantworters (und dessen Abhören!) kann richtig ins Geld gehen.

Roaming: Die Kosten für den Anrufer bleiben gleich

Der Anrufer zahlt das gleiche wie sonst auch, weil er ja prinzipiell nicht wissen kann, wo sich das deutsche Handy und sein Besitzer gerade aufhalten. Wenn möglich, sollte man den Urlaubenden daher auf einem Festnetzanschluss anrufen. So bleibt es für beide bezahlbar. Ansonsten sollte man sich schon im Vorfeld genau über die Gebühren, die anfallen können, informieren und zur Not die Gesprächszeit kurz halten oder eine SMS schicken.

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