Roaming

Smartphone im Ausland: So geht nichts schief

Wer sein Smartphone mit ins Ausland nehmen möchte, der sollte an einiges denken. Die meisten Flatrates aus Deutschland sind außerhalb der Grenzen nicht mehr gültig und wer unvorbereitet verreist, könnte das an einer hohen Rechnung merken.

Handy UrlaubAuch im Ausland kann man sein Smartphone nutzen.© Antonioguillem / Fotolia.com

Wer mit dem Smartphone im Ausland unterwegs ist, muss auf fremde Handynetze zurückgreifen. Dabei entstehen Roaming-Gebühren. Diese waren in der Vergangenheit horrend hoch und wurden in den letzten Jahren innerhalb der EU immer wieder gesenkt. Im Sommer 2017 sollen die Extra-Gebühren für die Handynutzung in der EU fast vollständig verschwinden.

Wie viel kostet die Smartphone-Nutzung im Ausland?

2016 kostet ein Telefonat bis zu 19 Cent die Minute, eine SMS bis zu sechs Cent und jedes Megabyte im mobilen Internet bis zu 20 Cent, die Mehrwertsteuer kommt jeweils noch hinzu. Außerdem gilt: Der Anbieter darf maximal fünf Cent pro Minute oder Megabyte und maximal zwei Cent pro SMS auf die Kosten des Heimattarifs aufschlagen. Außerhalb der EU gelten diese Grenzen und auch das geplante Roaming-Ende nicht, sodass es in einigen beliebten Urlaubsländern richtig teuer werden kann. Eine 60-Euro-Grenze beim mobilen Surfen soll weltweit vor horrenden Rechnungen schützen. Hat man diesen Betrag erreicht, sperrt der Internetanbieter vorsorglich den Anschluss. Möchte man trotzdem weitersurfen, muss man dies dem Anbieter signalisieren. Für Telefonate und SMS können sich weiterhin trotzdem hohe Rechnungen summieren.

Wer zahlt wann?

Jetzt könnte man denken: Dann ruft mich einfach jemand aus Deutschland an, dann muss ich es nicht bezahlen. Wer jedoch eine Handynummer wählt, kann nie wissen, wo sich dessen Besitzer aufhält, weswegen er selbst die anfallenden Mehrkosten tragen muss. Innerhalb der EU sind das nur noch 1,14 Cent netto pro Minute für eingehende Anrufe, außerhalb der EU jedoch deutlich mehr. Der Anrufer zahlt stets nur die in Deutschland üblichen Tarife. Wer im Ausland also nicht gerade wichtige Anrufe erwartet, sollte sein Handy besser aus dem Netz nehmen – und auch nicht eventuell vorhandene Mailbox-Nachrichten abrufen.

Passende Tarife fürs Ausland suchen

Viel einfacher ist das Telefonieren, SMS versenden und Surfen im Ausland, wenn man sich vorher um einen entsprechenden Auslandstarif gekümmert hat. Hierzu gibt es bei deutschen Providern unterschiedlichste Angebote. Von Tages- und Wochen- bis hin zu Monatsangeboten ist hier alles dabei und ermöglicht einen günstigeren Aufenthalt mit dem Handy im Ausland. So gibt es speziell zubuchbare Auslands-Optionen fürs Smartphone, aber auch Tarife, die von Haus aus bereits Freieinheiten fürs Ausland dabei haben. Immer öfter wird zudem angeboten, die vorhandene Flatrate für einen Aufpreis mit ins Ausland zu nehmen.

Tipp: Ausländische Netze via Prepaid-Karte nutzen

Für alle, die bei ihrem Mobilfunkprovider nichts Passendes finden, ist die wohl beste Lösung eine Prepaid-Karte aus dem Reiseland. So lässt sich besonders günstig das mobile Internet nutzen und auch Telefonate können deutlich günstiger ausfallen. Voraussetzung für eine spezielle Prepaidkarte ist es natürlich, dass das eigene Smartphone keinen SIM-Lock hat.

Öffentliches WLAN nutzen

Nahezu jedes Smartphone, aber auch Tablets und Laptops, verfügen heute über WLAN. In vielen beliebten Reiseländern sind öffentliche WLAN-Hotspots verfügbar und zahlreiche Hotels bieten einen kostenlosen Internetzugang. In einem solchen Fall kann man ganz auf mobiles Internet verzichten (welches man in diesem Fall ausschalten sollte) und auf das vorhandene WLAN-Netz zurückgreifen. Am besten informiert man sich schon vor Reiseantritt über vorhandene Möglichkeiten. Auf das Versenden von sensiblen Daten, etwa beim Onlinebanking, sollte man aber besser verzichten.

Wer sein Smartphone im Ausland nur für Notfälle dabei hat, sollte in jedem Fall das mobile Internet ausschalten. So verhindert man unbemerkte Datenströme, die einen später teuer zu stehen kommen.

Mit dem Smartphone im Ausland über VoIP telefonieren!

Hat man eine gute Internetverbindung, sei es nun über WLAN oder den gebuchten Internettarif, bietet es sich an, eventuelle Telefonate über VoIP, also übers Internet, zu führen. Dazu gibt es zahlreiche Apps wie Skype, WhatsApp oder Viber. Voraussetzung dafür ist meist, dass der Angerufene den gleichen VoIP-Dienst nutzt. Es ist auch möglich, Festnetz- oder Handynummern anzurufen – dann aber meist nicht kostenlos. Ansonsten belaufen sich die Kosten für ein VoIP-Telefonat lediglich auf eventuell anfallende Internetkosten: Pro Minute benötigt man zwischen einem und vier Megabyte, der konkrete Datenverbrauch ist stark vom VoIP-Client und Smartphone-Betriebssystem abhängig.

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