Zum Nachdenken und Schmunzeln

Zehn kuriose Geschichten rund ums Thema Mobilfunk

Peinliche 'Butt Dials', Handys für Hunde und Katzen oder Hochzeiten am Telefon - die Liste der kuriosen Geschichten rund um das Thema Mobilfunk ist lang. Hier finden Sie einige Fakten zum Nachdenken und Schmunzeln.

Handyrechnung© Rainer_81 / Fotolia.com

Linden (red) - Seit 1983 das erste Handy auf den Markt kam, hat sich einiges verändert. 2011 wurden allein in Deutschland 15,6 Millionen Handys sowie 11,8 Millionen Smartphones verkauft; die Zahl der Mobilfunkanschlüsse betitelt der Branchenverband Bitkom auf etwa 112 Millionen. Dass bei einer derart intensiven Mobilfunknutzung schräge Handy-Geschichten nicht ausbleiben, versteht sich von selbst.

Butt Dialing - Wenn das Handy zum Verräter wird

Nach Angaben der US-Notruf-Behörde werden 25 bis 70 Prozent der Notrufe per "Butt Dialing" abgesetzt. Von "Butt Dialing" spricht man, wenn sich ein Handyhalter, der seinen mobilen Begleiter in einer seiner hinteren Hosentaschen aufbewahrt, ungünstig setzt und damit sein Hintern einen Anruf tätigt. Für Notrufzentralen ist "Butt Dialing" normalerweise besonders ärgerlich - nicht jedoch im Mai 2011: Da ging bei einer Notrufbehörde in Atlanta (USA) ein unverwechselbarer "Butt Dial" ein. Nachdem der diensthabende Mitarbeiter eine Weile zugehört hatte, begriff er, dass er soeben Zeuge eines Drogendeals wurde, und alarmierte die Polizei. Der Mitschnitt des "Notrufs" diente später als Beweismittel.

Unzustellbare SMS

Befindet man sich in einem Funkloch oder ist das Mobiltelefon ausgeschaltet, kann man bekanntlich keine Nachrichten empfangen. Doch was passiert eigentlich mit einer SMS, die nicht zugestellt werden kann? Kurznachrichten werden nicht direkt von Handy zu Handy gesendet. Stattdessen machen sie einen 'Umweg' über die Kurzmitteilungszentrale (SMSC) des jeweiligen Netzbetreibers. Kann eine SMS nicht weitergeleitet werden, speichert die Zentrale diese gewöhnlich für 48 Stunden. In dieser Zeit wird immer wieder versucht, die SMS weiterzuleiten. Bleibt der Erfolg aus, wird die Nachricht nach Ablauf der Zeit schließlich gelöscht. Die Versandgebühren werden allerdings trotzdem berechnet.

Auf den Hund gekommen

Das US-amerikanische Unternehmen On4 Communications ist auf den Hund gekommen: Mit seiner Marke "Petsmobility" hat es eine neue Zielgruppe für sich entdeckt - die Haustiere. Das sogenannte "Petcell" wird am Halsband des Tieres befestigt. Über ein eingebautes Mikrofon können Halter und Tier miteinander 'kommunizieren', wobei auch das Tier per Pfotendruck selbstständig die Telefonverbindung aufbauen kann - dank GPS-Technik und eingespeicherter Verbindung. Geht der geliebte Vierbeiner verloren, kann dessen Standort problemlos über GPS lokalisiert werden.

Butt Dialing - SWAT-Team rückt aus

Wie der Chicago Tribune berichtete, führte ein "Butt Dial" dazu, dass ein SWAT-Team ausrückte: Ein Mann, der sein Handy in seiner hinteren Hosentasche aufbewahrte, betätigte mit seinem Hintern unbemerkt die Wahlwiederholung und rief so seine Frau an. Diese vernahm nur undeutliche Stimmen aus dem Hintergrund und alarmierte besorgt die Polizei - aus Angst, ihr Mann könnte in ein Geiseldrama verwickelt sein. Ein SWAT-Team rückte aus und umstellte, auf der Suche nach dem bewaffneten Attentäter, eine Schule neben dem Büro des Mannes. Erst drei Stunden später klärte sich die Situation auf, als der Ehemann gesund und munter bei seiner Frau eintraf - er hatte während der Arbeit Hip-Hop gehört.

Verkaufsschlager Nummer eins

Das meistverkaufte Handy weltweit ist nicht etwa Apples iPhone, sondern das Nokia 1100, erschienen 2003. Das bewusst einfach gehaltene Modell verkaufte sich insgesamt rund 250 Millionen Mal. Konzipiert wurde es für Regionen mit lückenhafter Stromversorgung sowie anspruchsvollen Umweltbedingungen. So verfügt das Nokia 1100 neben einem rutschfesten Griff auch über ein staubsicheres Gehäuse und ist als Taschenlampe einsetzbar. Großen Erfolg feierte das Billighandy vor allem in Entwicklungsländern, wo es enormen Absatz fand.

Handyweitwurf

Hatten Sie schon einmal das Bedürfnis, Ihr Mobiltelefon mit voller Wucht von sich zu schleudern? Die Finnen sind darin Weltmeister. Jedes Jahr im August findet im finnischen Savonlinna eine Weltmeisterschaft im Handyweitwurf statt. Wer sich Chancen auf den Sieg ausrechnet, muss sein Mobiltelefon mindestens 90 Meter weit werfen. Der Weltrekord liegt momentan bei 94,97 Metern und wurde 2005 - wie sollte es auch anders sein - von einem Finnen aufgestellt. Neben der Distanz wird übrigens auch die Wurfästhetik benotet.

Versteckspiel

In den USA werden Mobilfunkantennen in Plastikbäumen versteckt, vorzugsweise in Palmen oder gigantischen Nadelbäumen. Die Webseite FraudFrond.com sammelt Hinweise und lässt die Tarnungen auffliegen. In Deutschland verbergen sich Mobilfunkantennen am liebsten in turmartigen Bauwerken wie Schornsteinen oder Kirchtürmen. Wer wissen möchte, wo sich überall Mobilfunkantennen verstecken, kann sich an die Bundesnetzagentur wenden.

Heirat am Telefon

In Deutschland werden Ehen anerkannt, die im Ausland per Telefon geschlossen wurden. Die sogenannte Handschuhehe muss jedoch nach ausländischem Recht gültig sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die Ehepartner bereits vor dem "Hochzeitstelefonat" kannten, berichtete der SWR.

Das HTC Droid Incredible hält, was es verspricht

Wie CBS Atlanta berichtete, rettete ein HTC Smartphone einem Mann in den USA das Leben. Als zwei Männer aus einem Club in Atlanta geworfen wurden, zückten sie ihre Pistolen und eröffneten das Feuer. Dabei wurde der Angestellte John Garber an der Brust getroffen. Glücklicherweise befand sich in der Brusttasche seiner Jacke sein HTC Incredible, dessen Akku die Kugel abfing und Garber damit das Leben rettete.

Unschätzbarer Müll

Über eine halbe Milliarde ausrangierter Handys wartet allein in den USA darauf, recycelt zu werden. Das entspricht etwa einem Gesamtgewicht von 250.000 Tonnen - oder umgerechnet 25 Eiffeltürmen. Doch dieser Müllberg ist überraschend wertvoll: Eine Tonne Mobiltelefone enthält etwa 280 Gramm Gold, 140 Gramm Platin beziehungsweise Palladium sowie 70 Kilogramm Kupfer.

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