Digitale Dividende
Datenautobahnen bilden das Rückgrat der heutigen Informationsgesellschaft. Sie bieten enorme Chancen für Bildung, Wissenstransfer und Wohlstand. Doch in Deutschland sind noch ganze Landstriche vom schnellen Internet abgeschnitten. Die die digitale Dividende soll die Internet-Versorgung dieser Gebiete ermöglichen. Aber was was ist das eigentlich - digitale Dividende?
Digitale Dividende bezeichnet die bei der Umstellung des Fernsehens von analoger auf digitale Technik frei gewordenen Frequenzen. Einen Teil dieses Spektrums möchten Unternehmen wie beispielsweise Vodafone Deutschland nutzen, um die noch nicht mit DSL-Zugängen erschlossenen ländlichen Regionen mit Hochgeschwindigkeits-Internet zu versorgen. Auch das Bundeswirtschaftsministerium will die weißen Flecken per digitaler Dividende beseitigen. Geplant ist der Einsatz eines Frequenz-Spektrums von 790 bis 862 Megahertz. Bei diesem Bband benötigen Betreiber nur wenige Sendemasten (weit weniger als mit UMTS), um großflächige Regionen mit schnellem Internet zu versorgen. Das Spektrum eignet sich daher nach Angaben der Unternehmen optimal zur schnellen und wirtschaftlich kalkulierbaren Erschließung von dünner besiedelten Gebieten. Hintergrund: Fünf Millionen Bürger haben, so der Deutsche Städte- und Gemeindetag, noch heute keinen Breitband-Anschluss. In etwa 2.000 Ortschaften sei das schnelle Internet lediglich ein Wunschtraum. Geografische, physikalische und wirtschaftliche Umstände bewirkten, dass Breitband-Internet nicht zur Verfügung steht. Diese Gemeinden spürten bereits erhebliche wirtschaftliche Nachteile, so die Kommunalpolitiker. Dortige Gewerbebetriebe sehen sich nach neuen Standorten mit Breitbandanbindung um. Und die Bewohner der Regionen können online gar nicht oder nur stark eingeschränkt am wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Mitte Januar 2009 hat die Bundesregierung daher im zweiten Konjunkturpaket einen Fahrplan für den Breitbandausbau in Deutschland verankert. Danach sollen alle weißen Flecken bis Ende 2010 beseitigt sein. Noch ist die Verwendung der digitalen Dividende ungeklärt. Die zum Teil brach liegenden Frequenzen befinden sich im Zugriff der TV- und Radiosender und gehören derzeit den Landesmedienanstalten. Deshalb müssen die Bundesländer über die Nutzung entscheiden. Aber es gibt erste Schritte zur Nutzung der digitalen Dividende: So testen E-Plus, der Telekom-Ausrüster Ericsson und das Land Mecklenburg-Vorpommern seit Mitte Januar 2009 in einem einjährigen Pilotprojekt die mobile Breitbandversorgung über Rundfunkfrequenzen. Während der Testphase können 50 Firmen und Familien im Müritzkreis ein Jahr kostenlos im Internet surfen. Auch die Telekom testet die Rundfunkfrequenzen gemeinsam mit der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. Im nordbrandenburgischen Wittstock wurden dazu 100 Empfangsgeräte verteilt.
10.02.2009

