Lokalisierung übers Handy
Die Mobilfunknetze ermöglichen die relativ genaue Feststellung des Standortes von Handys. Das ist gut, wenn man irgendwo mit dem Auto auf der Landstraße liegen geblieben ist oder besorgte Eltern wissen wollen, wo sich ihr Kind gerade aufhält. Weniger gut ist es, wenn man damit heimlich überwacht wird. Daher ist es wichtig, die technische Funktionsweise und die rechtliche Grundlage für die Lokalisierung von Mobiltelefonen zu kennen.
Ein eingeschaltetes Handy ist immer in Kontakt mit seinem Mobilfunknetz. So kann es jederzeit Anrufe und Kurznachrichten entgegennehmen. Dazu stellen das Handy und einer der naheliegenden Funkmasten eine Verbindung her. Auf Basis dieser Information wird die Handylokalisierung durchgeführt. Wenn es sich um einen Ballungsraum handelt, sind viele dieser Funkmasten in der Nähe und das Handy kann recht genau lokalisiert werden. Falls aber nur wenige Funkmasten in der Umgebung vorhanden sind, ist die Lokalisierung entsprechend ungenauer.
Lokalisierungsangebote eignen sich für viele Zwecke. Bespielsweise gibt es Suchfunktionen für Freunde oder Kinder, Hinweise auf Geschäfte oder Restaurants in der Nähe oder für Unternehmen die Überwachung eines Fuhrparks.
Kritisch ist das so genannte Tracking immer dann, wenn Menschen heimlich und ohne ihre Zustimmung lokalisiert werden. Das ist technisch möglich, aber illegal. Denn die datenschutzrechtlich zwingende Voraussetzung für die Übermittlung und Nutzung von Standortdaten ist die Einwilligung der Betroffenen, heißt es beim Bundesbeauftragten für den Datenschutz in Bonn. Das gilt auch für die Polizei. Nur im Notfall oder auf richterlichen Beschluss hin darf ein Handy auch sofort über die Polizei lokalisiert werden.
Die Mobilfunk-Netzbetreiber bieten zum Teil Lokalisierungsdienste an. [Vodafone] hat dabei gleich zwei Sicherheitsschranken eingezogen. So müssen die Nutzer eine generelle Zustimmung zu den standortbezogenen Diensten geben und ferner jeden dieser Dienste einzeln freischalten.
Nur wenn beide Bedingungen erfüllt sind, stehen die Dienste mit passiver Ortung zur Verfügung und der Kunde kann auch von Dritten geortet werden. Wenn lediglich die generelle Zustimmung erteilt wurde, ohne einen speziellen Service ausgewählt zu haben, kann der Kunde nur selbst eine aktive Ortung auslösen, jedoch nicht von Dritten passiv geortet werden.
Vodafone bietet unter anderem die lokale Suche nach Verkehrsinformationen, Geschäften, Hotels und Restaurants oder Geldautomaten sowie die Suche nach Freunden.
[E-Plus] und [T-Mobile] bieten keine eignen ortsbezogenen Dienste an, ermöglichen jedoch ihren Kunden die Nutzung anderer Angebote wie zum Beispiel des Dienstes "track your kid". Der Service dient zur Ortung des Handys und damit den eignen Kindes übers Internet oder mit Hilfe des eigenen Mobiltelefons. Eine Anmeldung ist wiederum Voraussetzung für die Ortung des Handys Kinder über 14 Jahren müssen diesem Service ausdrücklich und schriftlich zugestimmt haben. Der Dienst steht auch den Kunden von O2 und Vodafone zur Verfügung.
Auch bei "Notfon D", der Notrufzentrale der Autoversicherer in Hamburg, können sich alle deutschen Mobilfunkkunden anmelden. Hier bekommt man schnelle Hilfe bei Unfällen und Pannen. Nach vorheriger Anmeldung und Zustimmung wird nach einem Anruf bei der Notrufnummer 0800 6683 663 das Handy geortet und der Standort des Anrufers unmittelbar an die zuständigen Rettungskräfte oder Pannenhelfer weitergeleitet.
Die Björn Steiger-Stiftung stellt den deutschen Rettungsleitstellen unter dem Namen "Life Service" ebenfalls ein mobilfunkbasiertes Ortungssystem zur Verfügung. Mit dessen Hilfe kann die Leitstelle Menschen, die über das Mobiltelefon einen Notruf absetzen, zügig orten und Hilfsmaßnahmen in die Wege leiten. Jeder registrierte Anrufer, der mit dem Handy den Notruf 112 wählt, kann mit dem Ortungssystem sofort lokalisiert werden. Life Service kann von den Kunden aller Mobilfunknetze genutzt werden.
[O2] bietet mit dem Handy-Finder einen Service an, mit dem man sich die ungefähre Position seines Handys im Internet anzeigen lassen kann. Das ist vor allem für die Suche von verlorenen gegangenen Mobiltelefonen interessant.
11.02.2009

