Moderne Datenautobahnen aus Licht
Sie sind haardünn und megaschnell: Hochgeschwindigkeits-Glasfasern bilden die Basis der modernen Datenautobahnen des 21. Jahrhunderts. Anlass genug, sich die Highspeed-Verbindungen einmal genauer anzuschauen.
Glasfaserkabel – auch als Lichtwellenleiter bezeichnet – bestehen aus Quarzglas und übertragen enorme Datenmengen mit Hilfe von Licht. Ihr Zentrum besteht aus einem optisch transparenten Material. Der Kern ist von einem ebenfalls lichtbrechenden Material ummantelt. Es sorgt dafür, dass das Licht im Kabel bleibt.
Eine einzige Faser hat einen Durchmesser von wenigen Mikrometern und ist kaum dicker als ein Menschenhaar. Sie ermöglicht die kaum vorstellbare Übertragungskapazität von bis zu 200 Terabit pro Sekunde – das sind 200.000.000.000.000 Bit. Das entspricht der Datenmenge von rund 34.000 CD's. In Überlandnetzen sind mehre hundert Einzelfasern gebündelt, nicht selten bis zu 1.000.
Glasfasernetze sind konventionellen Kupferkabeln oder Satellitenverbindungen haushoch überlegen. Ihre Vorteile:
deutlich höhere Transportkapazitäten Überbrückung sehr großer Distanzen durch eine geringe Dämpfung (mehr als hundert Kilometer sind möglich – für eine Verstärkung sorgen bei Bedarf so genannte Repeater) keine Störung benachbarter Fasern durch die Datenübertragung hohe Abhörsicherheit
Doch braucht man solche gigantischen Bandbreiten wirklich? Die Antwort lautet: Ja. Denn immer größere Datenmengen rauschen durch die Netze. So erreichte der Internetverkehr am deutschen Knotenpunkt DE-CIX in Frankfurt am Main Ende 2008 mit 600 Gigabit pro Sekunde einen neuen Spitzenwert. Gegenüber Ende 2007 verdoppelte sich der Traffic.
Und auch in diesem Jahr erwartet der DE-CIX eine explosionsartige Zunahme des Datenverkehrs. Online-Plattformen wie Youtube und Co. mit ihren Video- und Foto-Downloads erweisen sich als wahre Breitbandfresser. Ohne Zweifel: Der rasant wachsende Bedarf an hohen Übertragungskapazitäten lässt sich technisch und wirtschaftlich nur via Glasfaser realisieren.
In Deutschland gibt es nach Angaben der Bundesnetzagentur Glasfasernetze mit einer Länge von mehr als 300.000 Kilometern. Nach der Dezútschen Telekom betreiben Vodafone Deutschland und Arcor die zweitgrößte Infrastruktur.
30.01.2009

