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Suchmaschinen

Oft unpräzise und nicht unabhängig

In Stichproben haben die Verbraucherschützer einige der zahlreichen Internet-Suchmaschinen unter die Lupe genommen. Oftmals waren die Ergebnisse unpräzise, kaum ein Angebot blieb ohne Beanstandung. Und in den angeschlossenen Meinungsformen fanden sich allzuoft Verkäufer, die ihre eignen Waren anpriesen.

Wer einen neuen Fotoapparat sucht oder seine Stereo-Anlage erneuen will, der forscht heutzutage im Internet nach aktuellen Angeboten und vergleicht die Preise. Suchmaschinen erleichtern den virtuellen Einkaufsbummel, listen in Sekundenschnelle die preiswertesten Produkte auf und bieten auf Kommentarseiten Bewertungen von Kunden, die das gleiche Produkt erworben oder bei dem herausgefilterten Shop bereits eingekauft haben.

Verbraucherschützer bewerten die Arbeit der Preissuchmaschinen allerdings mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sie fanden bei Überprüfungen heraus, dass viele Endpreise nicht korrekt angegeben waren. So wurden Versandkosten entweder gar nicht oder falsch berechnet. Insgesamt sei mehr als jeder dritte angezeigte Endpreis unpräzise oder falsch gewesen. Dabei blieb demnach keine Suchmaschine fehlerfrei. Lediglich bei der Anzeige der Produktpreise allein sei auf die Preis-Vergleichsseiten meist Verlass gewesen.

Die Verbraucherzentrale NRW: Website hatte in einem Test sechs Preis-Suchmaschinen durchleuchtet: billiger.de, evendi.de, guenstiger.de, idealo.de, kelko.de und meta-preisvergleich.de. "Jeder Anbieter sollte zeigen, um wie viel Prozent er fünf unverbindliche Preisempfehlungen von Herstellern unterbieten kann", erläutern die Experten. Zusätzlich sollten fünf Aktionspreise aus aktuellen Angeboten von großen stationären Elektronik-Discountern unterboten werden. Das Ergebnis: Die Suchmaschinen haben problemlos die unverbindlichen Preisempfehlungen unterboten. In einem Drittel aller Suchanfragen sei es jedoch nicht gelungen, Angebote zu finden, die unter denen der stationären Händler lagen.

Insgesamt sei Idealo der beste Preisvergleich gewesen, werteten die Verbraucherschützer. Bei fünf von zehn Produkten sei das jeweils günstigste Angebot gefunden worden. Billiger.de und Kelko hätte jedoch gar kein passendes Angebot gefunden.

Zudem hätten sich die Portale vor allem bei separat auszuweisenden Versandkosten überfordert gezeigt. In fast jedem dritten Fall (18 Mal) wurden die erst gar nicht benannt, oder sie wichen zum Teil deutlich (20 bis 35 Euro) nach oben oder nach unten von der Angabe der Online-Shops ab. Vor allem bei gestaffelten Versandkosten und zusätzlichen Verpackungspauschalen zeigten sich Differenzen. In vier Fällen gelang es Suchmaschinen nicht einmmal, den Produktpreis für Fernseher und Küchenmaschine korrekt aufzulisten. Hier fanden die Tester Unterschiede bis zu 140 Euro.

Die Folge: Vermeintliche Sieger-Shops rutschten vom ersten Platz der Rankings oft um mehrere Plätze nach hinten. Andere Anbieter wiederum waren besser als in der Liste aufgeführt. Das sei ärgerlich, weil solche Anzeige in die Irre führe. Dabei habe das Oberlandesgericht Stuttgart (Az.: 2 U 12/07) im Januar 2008 die Preisdetektive in die Pflicht genommen. Nutzern seien "stets aktuell" die korrekten Produktpreise wie die gesonderten Versandkosten zu benennen.

Sehr unübersichtlich sei Meta-Preisvergleich gewesen. Der Grund: Die Maschine, die angeblich bei ihrer Suche auch die Seiten zahlreicher Konkurrenten durchforstet, listete neben Online-Shops auch Auktionspreise, Kleinanzeigen und Gebrauchtgeräte auf. Die Versandkosten waren ohne Klick zum jeweiligen Shop oft gar nicht ersichtlich. Die Verbraucherschützer empfehlen daher dringend, für einen Vergleich mindestens zwei bis drei Preis-Detektive auf Netz-Recherche zu schicken.

Leider hielten auch viele Bewertungsportale nicht das, was sie versprechen. Die Verbraucherexperten beklagten, dass nicht nur Kunden, sondern auch clevere PR-Leute im Netz positive Bewertungen ihrer Produkte abgäben. Mitunter würden Geräte beworben, die bei der Stiftung Warentest durchgefallen seien. Allerdings seien diese einseitigen Bewertungen leicht als solche zu erkennen, da sich die Autoren meist als Verkäufer zu erkennen gäben, indem sie Informationen zu Bestellmöglichkeiten offerierten.

23.02.2009

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