Postpaid und Prepaid wachsen zusammen
Bisher gibt es bei den rund 107 Millionen Mobilfunkverträgen in Deutschland eine klare Trennung in Prepaid und Postpaid. Doch diese Zeiten könnten nach einer Prognose des Beratungsunternehmens Steria Mummert bald der Vergangenheit angehören. Nach Angaben der Experten arbeiten die Telekommunikationsunternehmen zurzeit daran, beide Kundensegmente zusammenzuführen und gemeinsam zu verwalten.
Künftig könnten T-Mobile, Vodafone und Co. den Kunden flexibel neue Kombinationen aus vorausbezahlten und nachträglich zu begleichenden Tarifen aus einer Hand anbieten. So sei es zum Beispiel denkbar, Telefonate nachträglich per Rechnung zu bezahlen, Kurznachrichten aber vorab per Kontingent.
Ebenfalls vorstellbar sei ein zeitlich befristeter Wechsel von Postpaid zu vorausbezahlten Diensten: Reist beispielsweise ein Kunde für zwei Monate ins Ausland und will sein Handy nicht mitnehmen, könnte sein Mobilfunkunternehmen den Vertrag kurzfristig auf Prepaid umstellen, damit in dieser Zeit keine Grundgebühren anfallen. Auch die umgekehrte Umstellung sei möglich, wenn der Kunde im Ausland sein Handy benutzen will. Dann stellt er von Prepaid auf Postpaid um, vermeidet so die deutlich höheren Roamingkosten für vorausbezahlte Sim-Karten und nutzt ggf. eine der Auslandsoptionen, die Postpaid-Kunden vorbehalten sind.
Bisher fehlte laut Mummert: Website den Mobilfunkanbietern die dafür notwendige Flexibilität. Sie seien aus technischen Gründen gezwungen gewesen, Produkte, Tarife und Optionen für die beiden Kundensegmente getrennt zu implementieren. Die Weiterentwicklung der Applikationen und der Hardware mache nun aber die einheitliche Verwaltung von Voraus- und Nachzahlern möglich. Aus einer einst strikten Trennung der Segmente Prepaid und Postpaid werde künftig lediglich ein unterschiedliches Zahlverhalten und eine entsprechend unterschiedliche Buchhaltung. Das eröffne neue Möglichkeiten für Anbieter und Kunden.
Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit 59 Millionen Mobilfunkverträge mit Prepaid-Kunden und 48 Millionen Verträge mit Postpaid-Kunden.
24.02.2009

