Test: Blackberry 9500
Als weltweit erstes klickbares Touchscreen-Handy hat RIM seinen neuen Blackberry angepriesen, den es seit einigen Wochen exklusiv bei Vodafone gibt. Der Netzbetreiber findet das Smartphone so gut, dass er eigens für Storm neue Tarife aufgelegt hat. Ähnlich verfuhr T-Mobile inzwischen mit dem G1. Aber wie praktisch ist die neuartige Bedienbarkeit des mobilen Büros denn nun tatsächlich?
Ganz klar will sich RIM mit dem 9500 vom vielkopierten und dennoch bislang unerreichten iPhone absetzen. Statt einem reinen Tochscreen, der beim Apple-Handy übrigens ausgezeichnet funktioniert, bietet Storm einen Touchscreen, der nicht einfach nur angetippt werden braucht, sondern auf dem die entsprechenden Tasten richtig gedrückt werden müssen.
Dazu hat der Hersteller den kompletten Bildschirm schwebend installiert. Die Bedienung bedarf einiger Übung, zumindestens für denjenigen, der bereits mit berührungsempfindlichen Bildschirmen gearbeitet hat. Denn der Befehl wird eben nicht sofort nach dem Berühren ausgeführt, sondern erst nach kräftigem Druck. Aber auch daran kann man sich gewöhnen. Leider funktionierte das Testgerät bei Auslieferung nicht punktgenau, was häufige Fehlbedienungen nach sich zog. Ein späteres Software-Update schaffte Abhilfe.
Bsonders unpraktisch erweisen sich einige Menüfelder, die für die Fingerbedienung einfach zu klein geraten sind. Da bedurfte es zuweilen mehrfacher Korrekturen, bis das Gerät den richtigen Befehl ausgeführt hatte. Nachteil: Das das komplette Display beweglich ist, sind Fehlbedienungen bei unkontrollierten Berührungen leider nicht auzuschließen.
Zum Anzeigen von Inhalten ist das sehr große LCD-Display mit 3,25 Zoll Diagonale und einer Auflösung von 480 x 360 Pixeln hervorragend geeignet. Es mangelt weder an Schärfe noch an Farben. Wie das Vorbild iPhone besitzt auch Storm einen Sensor zum Erkennen der Lage des Displays. Dreht man das Gerät von der Senkrechten in die Waagerechte, wechselt auch die Ansicht des Bildschirms von Hoch- in Querformat. Leider geschieht dies manchmal zu schnell (ungewollt) und manchmal zu langsam (wenn man rasch wieder zur vorangegangenen Situation zurück möchte).
Das 9500 besitzt nahezu alle Ausstattungen, die ein mobiles Büro benötigt: EDGE, UMTS und HSDPA für schnelle Datenverbindungen, Bluetooth und USB zur Verbindung mit anderen Geräten sowie GPS zu Navigation. Seltsamerweise fehlt das heutzutage sehr gebräuchliche W-Lan fehlt. Die Vodafone-Kunden sollen wahrscheinlich nicht über kostenlose Hotpots, sondern über kostenpflichtige Mobilfunkverbindungen ins Netz gehen.
Ein Push-Dienst sorgt für die unmittelbare Zustellung von neuen E-Mails und Nachrichten der diversen vorinstallierten Nachrichtendienste (u. a. ICQ, AIM, Googletalk). Allerdings sollte der Kunde für den auf diese Weise entstehenden nahezu ständigen Datentransfer unbedingt eine passende Zusatzoption buchen, da der Storm sonst mit atemberaubender Geschwindigkeit Löcher in die Haushaltskasse frisst.
Das Menü ist leider etwas unübersichtlich geraten. Viele Punkte und Unterpunkte erschweren die Suche und man kann man auf dem Bildschirm nur langsam und schrittweise blättern. Die Tastatur bietet im Querformat vollständigen Qwertz-Komfort. Im Hochformat sind die Buchstabentasten unglücklicherweise doppelt besetzt.
Das Handy funkt auf vier GSM-Frequenzbändern (Quadband) und ist somit nahezu weltweit einsetzbar (850, 900, 1.800 und 1.900 Megahertz). Es gibt weder Sim- noch Net-Lock. Storm funktioniert also im Gegensatz zum iPhone in allen Netzen und mit allen Sim-Karten.
Die Telefonqualitäten des Storm sind äußerst zufriedenstellend. Mit einem Trick verbessert RIM die Gesprächsqualität: Ein Mikrofon auf der Rückseite des Geräts filtert störende Umgebungsgeräusche heraus.
Kamera und Musik-Player funktionieren ohne Fehl oder Tadel, bieten allerdings keine besonders herausragenden Eigenschaften.
Mit Speicherkapazität ist der neue Blackberry sehr großzügig ausgestattet. Es gibt 128 Megabyte Ram Arbeitsspeicher sowie ein Gigabyte "auf der "Festplatte". Wer selbst damit noch nicht zurechtkommt, der kann mit Micro-SD-Karten weiter aufrüsten.
Die Akkukapazität ist extrem von der persönlichen Nutzung abhängig. Bleibt man dauernd online und empfängt per Push-Dienst Nachrichten und E-Mails und geht ab und zu ins Internet, hält der Storm keine 24 Stunden durch. Vodafone hat ein Update in Aussicht gestellt, das den Mangel beheben soll.
Technische Daten:
Länge: 112,5 mm Breite: 62,2 mm Tiefe: 13,95 mm Gewicht: 155 g Anschlussbuchse für 3,5 mm-Stereo-Kopfhörer Standby: bis 15 Tage Sprechzeit: bis 5,5 Stunden
[Vodafone] verkauft den Blackberry Storm 9500 mit neuen Datentarifen:
Super Flat Wochenende (gratis zu Vodafone und ins Festnetz): 4,95 Euro/Monat Super Flat Festnetz/Mobil (immer gratis zu Vodafone oder ins Festnetz): 14,95 Euro/Monat Super Flat (immer gratis zu Vodafone und ins Festnetz): 29,95 Euro/Monat Super Flat All Net (immer gratis in alle Mobilfunk- und Festnetze): 79,95 Euro/Monat
Für die bequeme Nutzung der Mail- und Messaging-Funktionen empfiehlt sich die zusätzliche Buchung einer von drei ebenfalls neuen Blackberry-Optionen:
Internet Messaging S (GPS-Flat und 1 MB für E-Mails): 2,95 Euro/Monat Internet Messaging L (GPS-Flat, E-Mail-Flat, 3.000 SMS zu Vodafone): 9,95 Euro/Monat Internet Messaging XL (GPS-Flat, E-Mail-Flat, 3.000 SMS in alle Netze, Instant Messanger Flat): 24,95 Euro/Monat
18.02.2009

