Test: N810 - Smartphone ohne Telefon
Mit dem N810 hat der Handyhersteller ein Mini-Notebook auf den Markt gebracht, das seine Nutzer erst noch suchen muss. Zur Kommunikation steht lediglich W-Lan zur Verfügung. GSM, UMTS oder Lan sucht der Kunde vergebens.
Als Kleinst-Laptop und MP3-Player macht der Neuling von Nokia: Website eine gute Figur. Das N810 liegt satt in der Hand, die nach Hochschieben des riesigen Displays geöffnete Tastatur lässt sich gut bedienen. Allerdings taugt sie nicht für längere Texte und anhaltendes Surfen im Internet. Da nutzt es auch wenig, dass man zusätzlich mit einem Plastikstift den berührungsempfindlichen Bildschirm bedienen kann. Der hochauflösende Touchscreen (800 x 480 Pixel) mit 10,5 cm Diagonale (4,13 Zoll) und 65.536 Farben stellt alle Texte und Seiten sehr gut und kontrastreich dar. Die Helligkeit ist einfach zu regulieren. Das Browser-Bild wechselt per Knopfdruck am Gehäuse in den Vollbildmodus. Zusätzlich kann die Seite mit den sonst bei Nokia für die Lautstärkeregelung vorgesehenen Knöpfen skaliert werden. Bei der Akkulaufzeit wird dann endgültig klar, dass man kein Handy, sondern ein Notebook nutzt. Bei vorhandener W-Lan-Verbindung muss spätestens nach vier Stunden nachgeladen werden - eine für Mobiltelefone völlig inakzeptable Dauer. Das Gerät besitzt einen zwei GB großen internen Speicher und kann mit Mini-SD- und Micro-SD-Speicherkarten auf bis zu acht GB zusätzlich aufgerüstet werden. Das zur Verbindung mit der Außenwelt benötigte Wireless-Lan lässt sich auch für Laien schnell und einfach einrichten. Zugangspunkte können abgespeichert und entsprechend reaktiviert werden. W-Lan wird auch für die einzige Möglichkeit zum Telefonieren mit dem N810 benötigt. Mit Geduld und technischen Kenntnissen lassen sich Voice-over-IP-Accounts einrichten, die Internet-Telefonate im Bereich von Hotspots erlauben. Das N810 verfügt über ein GPS-Modul zur Navigation. Das immerhin wäre ein Kaufargument, zumal eine passende Halterung fürs Auto im Lieferumfang enthalten ist. Fazit: Das N810 kann eine Alternative zum Notebook sein, benötigt allerdings für Internet und E-Mail zwingend eine W-Lan-Verbindung. Andere Kommunikationslinien gibt es nicht. Die Frage ist: Wo sind die Kunden, die nicht bereits Handy und Notebook nutzen? Das Gerät ist mit 226 g deutlich leichter als ein Laptop aber auch viel schwerer als Smartphones, mit denen man wenigstens per Mobilfunk telefonieren kann. Das GPS-Modul bringt einen Nutzen, den viele Handys nicht bieten. Als Tom-Tom mit Internetzugang könnte es also seine Kunden finden, ist allerdings mit 329 Euro (Nokia-Preis) recht teuer.
09.02.2009

