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Deutsches Handy im Ausland anrufen: Was man wissen sollte

Anders als Gespräche im Inland sind Auslandstelefonate vielfach immer noch teuer und kompliziert. Das gilt vor allem dann, wenn man ein deutsches Handy im Ausland anrufen will. Wann ist das Handy in welchem Netz, und welcher Preis gilt dann? Wann muss ich einen Aufschlag für das so genannte Roaming zahlen?

RoamingRuft man ein deutsches Handy im Ausland an, zahlt der Angerufene die Roaming-Gebühren.© olly / Fotolia.com

Natürlich sind heute Auslandstelefonate im Schnitt viel billiger als früher. Vor der Liberalisierung des Telefonmarkts galt der Satz "Fasse dich kurz" nicht umsonst, denn gerade zu weiter entfernten Zielen hat man ein Heidengeld zahlen müssen. Durch die Öffnung des Marktes und die vielen neuen Telefonanbieter hat man heute viel mehr Möglichkeiten - aber auch manche Fallstricke. Ruft man einen Festnetzanschluss im Ausland an, so ist die Sache klar: Ich telefoniere beispielsweise nach Marokko und rufe somit einen marokkanischen Anschluss an, logisch. Wie sieht es hingegen aus, wenn ich ein deutsches Handy im Ausland anrufe, also zum Beispiel in Marokko? Gilt dann der Tarif nach Marokko oder der zu einem deutschen Handy? Und wann fallen Roaming-Aufschläge an?

Deutsches Handy im Ausland: Der Angerufene muss eventuell zuzahlen

Als Eselsbrücke beim komplizierten Thema Roaming kann man sich Folgendes ganz gut merken: Derjenige, der ein Handy anruft, kann ja nicht wissen, wo das Handy und sein Besitzer sich gerade aufhalten. Weil man das Gerät mit sich herumtragen kann, gibt es für den Anrufenden keinen Anhaltspunkt, wo er den Handybesitzer gerade erwischt. Deshalb zahlt der Anrufer immer den gleichen Preis, und zwar den Preis zu einem deutschen Handy. Das gilt (für den Anrufer wohlgemerkt!) vollkommen unabhängig vom Aufenthaltsort des Handybesitzers. Wenn derjenige im Inland ist, dann hat sich mit dem Anruf zum deutschen Handynetz die Sache rein kostentechnisch erledigt, dann fallen keine weiteren Gebühren an. Weilt der Handybesitzer aber im Ausland, wird es teurer - und zwar für ihn selbst.

Was Roaming für die Kosten bedeutet

Natürlich wollen die Mobilfunker ihr Geld haben, wenn sie das Gespräch in ausländische Netze weiterschicken, und deshalb muss der Angerufene den so genannten Roaming-Aufschlag zahlen. Roaming heißt ja übersetzt nichts anderes als Umherwandern, und genau das tut das Gespräch: Es wandert vom deutschen ins marokkanische Netz, um bei diesem Beispiel zu bleiben. Weil der Anrufer aber vielleicht nicht weiß, dass das Handy seines Freundes oder Geschäftspartners in Marokko ist, zahlt der Angerufene die Zusatzkosten für das Routing ins marokkanische Netz. Das ist billiger als selbst mit einem deutschen Handy in Marokko zu telefonieren, aber einige Cent pro Minute muss man schon dafür einrechnen. Die Kosten fallen so lange an, wie das Gespräch dauert.

Deutsches Handy oder marokkanisches Handy?

Wer Call by Call oder Callthrough nutzt und den Preis wissen möchte, den er pro Minute zahlt, wenn er ein deutsches Handy in Marokko anruft, dann muss er im Tarifrechner den Preis für die deutschen Handynetze heraussuchen und nicht den für Marokko. Das deutsche Handy bleibt also auch im Ausland "deutsch". Wenn man allerdings einen Deutschen, der in Marokko lebt und sich deshalb eine marokkanische Handykarte gekauft hat, anruft - dann handelt es sich um einen Anruf auf einem marokkanischen Handy, und dann zahlt man den Tarif für Marokko Mobilfunk. Das gilt auch, wenn man keine Vorvorwahlen nutzt: Hier muss man in den Konditionen seines Telefonanbieters oder im eigenen Vertrag nachschauen, welche Kosten für einen Anruf jeweils anfallen.

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