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Was man über Call by Call wissen sollte

Call by Call, also das Vorwählen günstiger Nummern vor der eigentlichen Rufnummer, ist seit vielen Jahren eine beliebte Sparmöglichkeit für Telefonkunden der Deutschen Telekom. Wir sagen Ihnen, wie es funktioniert, und geben Tipps, falls es mal nicht so klappt wie geplant.

"Call by Call" – das Prinzip steckt schon in Namen drin. Man wählt bei jedem Gespräch eine Nummer vor, um damit billiger zu telefonieren. Das kann jedes Mal eine andere Nummer sein oder jedes Mal dieselbe, das ist ganz egal; man muss da keine Regel einhalten oder sich irgendwo anmelden, sondern kann einfach drauflos telefonieren. Call by Call Anbieter mit Anmeldung gibt es zwar auch, doch sie werden immer seltener. Eine Anmeldung ist hingegen für das so genannte Preselection-Verfahren nötig: Bei manchen Anbietern kann man sich für seine Lieblingsvorwahl auch fest anmelden, diese Nummer würde dann bei jedem Gespräch automatisch vorgewählt.

Wie Call by Call funktioniert

Die Vorwahlen (manchmal ist der Anbietername sogar identisch mit der Vorwahl) heißen 01070, 01013, 01078, 010058 oder so ähnlich. Man wählt sie vor der eigentlichen Nummer, die man anrufen möchte und wählt die gesamte Nummer komplett hinterher. Beispiel für ein Gespräch nach Hamburg: 01070-040-1234567. Telefoniert man im eigenen Ortsnetz, also zu einem Anschluss unter der gleichen Vorwahl, würde man im Falle des Beispiels die 040 für Hamburg weglassen: 01070-1234567.

Die meisten Vorwahlen fangen mit 010 an, es gibt aber auch noch ein paar Nummern mit 0900 am Anfang. Die können genauso billig oder teuer sein wie alle anderen Nummern auch, man sollte aber vorsichtig sein beim Wählen – mit 0900 könnte auch eine sehr teure Hotline anfangen, und statt einem Cent pro Minute müsste man dann vielleicht einen Euro zahlen und hätte sich und seinem Portemonnaie keinen Gefallen getan. Erlaubt sind beide Arten von Nummern.

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Kostenfallen im Call by Call

Es gibt im Call by Call schon länger viele Anbieter, die eine kostenlose Tarifansage vor jedem Gespräch schalten, verpflichtend wurde dies jedoch erst im August 2012. Seitdem ist die Gefahr der Kostenfallen wieder etwas gesunken. Dennoch sollte man bei der Ansage genau hinhören und auflegen, falls einmal nicht der erwartete Tarif angesagt wird. Auch weiterhin können sich die Tarife im Call by Call mehrfach am Tag ändern, daher sollte man bestenfalls vor jedem Gespräch eine Abfrage starten. Die Anbieter müssen ihre Tarife veröffentlichen, können sie aber ändern, so oft sie wollen. Deshalb raten wir dazu, insbesondere bei Auslandstelefonaten die Tarifübersicht vor jedem längeren Gespräch erneut aufzurufen, da die Preise nicht selten um den Faktor zehn und mehr erhöht oder gesenkt werden.

Bei Tarifen von unter einem Cent pro Minute ist davon auszugehen, dass sie unter Einkaufspreis angeboten werden. Da die Anbieter in solchen Fällen natürlich keine Einnahmen haben, werden sie versuchen, dies an anderer Stelle auszugleichen - etwa durch extreme Tarifsprünge, mit denen man gerade bei Auslandspreisen durchaus rechnen sollte. Einfach auf gut Glück den Tarif von letzter Woche zu nehmen wäre höchst unvorsichtig.

Vorsicht bei ähnlichen Call by Call Vorwahlen

Call by Call-Anbieter haben teilweise sehr ähnliche Vorwahl-Nummern, die sich beispielsweise nur durch eine Null unterscheiden, aber sehr unterschiedliche Preise haben. Wählt man dann versehentlich die falsche Nummer - also etwa "0" statt "00", kann es schnell teuer werden. Um Verbraucher vor solchen ähnlichen Nummern zu schützen, haben wir in unserem Call-by-Call-Rechner einen sogenannten "Vertipper-Filter" eingeführt. Damit können unsere Nutzer einander sehr ähnliche Nummern aus der Auswahl zu entfernen. Das Risiko, durch einen "Vertipper" in die Kostenfalle zu tappen, ist seit der Tarifansagepflicht gesunken. Wer dennoch ganz sicher gehen möchte, kann in unserem Call by Call Rechner ein Häkchen setzen und ähnliche Nummernpaare werden im Ergebnis nicht angezeigt.

Call by Call geht nicht immer ohne Probleme

Wenn es Probleme im Call by Call gibt, sind diese meist auf die Gesprächsqualität zurückzuführen. Manchmal mieten die Anbieter nicht genügend Leitungen an, und so kann es zu dünnen und dauerrauschenden Verbindungen kommen – oder auch zu dem so genannten Gassenbesetzt-Zeichen, wenn es unaufhörlich kurz hintereinander tutet. Wenn eine Vorwahl ständig besetzt ist oder man den Gesprächspartner kaum versteht, hilft es meistens, eine andere Vorwahl zu nehmen, die nicht ganz so günstig ist und deshalb nicht so häufig angewählt wird. Übrigens: Wer keinen Telefonanschluss bei der Telekom hat, kann zwar Call by Call nicht nutzen, dafür aber das so genannte Callthrough. Das funktioniert so ähnlich, hat allerdings ein nicht ganz so großes Sparpotenzial.

Antworten auf häufige Fragen zu Call by Call auf einen Blick
  • Wer kann Call-by-Call nutzen?

    Die beliebten Sparvorwahlen funktionieren nur an Telefonanschlüssen der Telekom. Wer seinen Festnetz-Anschluss bei einem anderen Anbieter hat oder vom Handy aus telefonieren möchte, kann Callthrough nutzen.

  • Wie funktioniert Call-by-Call?

    Entsprechend den Vorschlägen des Tarifrechners wählen Sie zuerst die jeweilige Vorwahl des Anbieters und anschließend die komplette Rufnummer mit Vorwahl und Null - genau wie sonst. Einige Beispiele:

    • Von Düsseldorf nach Köln: 010xy 0221 1234567
    • Innerhalb des eigenen Ortsnetzes: 010xy 1234567
    • Zum Handy: 010xy 0171 1234567
    • Ins Ausland: 010xy 0039 2345678
  • Was ist Call-by-Call ohne Anmeldung?

    Call-by-Call ohne Anmeldung, auch offenes Call-by-Call genannt, ist die einfachste Art, mit einer Sparvorwahl zu telefonieren. Der Telefonkunde muss sich bei dem Anbieter seiner Wahl nicht anmelden, sondern wählt lediglich dessen Netzkennzahl. Alle Call-by-Call-Gespräche werden anschließend auf der Telefonrechnung der Deutsche Telekom gesondert aufgeführt. Die meisten Anbieter von Call-by-Call können ohne Anmeldung genutzt werden.

  • Was ist Call-by-Call mit Anmeldung?

    Zu dieser Variante von Call-by-Call muss man sich, wie der Name schon sagt, anmelden. Der Call-by-Call-Anbieter verschickt für die über ihn geführten Gespräche eine eigene Rechnung. Diese Art von Call-by-Call wird nicht mehr häufig genutzt. Eine Ausnahme ist die sogenannte Preselection. Hier bindet man sich an einen bestimmten Anbieter, Gespräche werden dann automatisch über diesen geführt.

  • Gilt Call-by-Call nur für Ferngespräche?

    Zunächst war Call-by-Call für Ferngespräche gedacht, seit einigen Jahren kann man auch für Ortsgespräche Call-by-Call nutzen. In diesen Fällen muss die jeweilige Ortsvorwahl nicht mitgewählt werden. Auch für Auslandsgespräche ist Call-by-Call eine beliebte Lösung, da hier ein besonders großes Sparpotenzial besteht.

  • Gibt es eine Tarifansage?

    Ja. Seit August 2012 ist die Tarifansage im Call-by-Call verbindlich für alle Anbieter. So weiß der Kunde vor einem Gespräch genau, was die Gesprächsminute kostet. Hierbei sollte man gut hinhören, ob in Cent oder Euro angesagt wird. Kommt einmal keine Ansage, liegt wahrscheinlich ein technischer Fehler vor, man sollte trotzdem vorsichtshalber eine andere Nummer wählen.

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