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Chatbots – wenn Technik beginnt zu kommunizieren

Den Begriff Chatbot kennt, wer regelmäßig in den Weiten des Internet unterwegs ist. Wahrscheinlich ist er auch selbst schon einmal einem Chatbot begegnet. Ob nun auf Twitter, Facebook, Reddit oder dem eigenen Smartphone – Chatbots können nützlich Helfer sein. Mehr darüber gibts hier zu lesen!

Der zugrunde liegende Begriff des "Bots" bezeichnet einen künstlichen, autonomen Akteur, umfasst also auch Computergegner in PC-Spielen und Rasenmäher-Roboter. Ein solcher Bot fängt an "zu chatten", wenn er eine beliebige Texteingabe intern verarbeitet und darauf in Text antwortet. Klassisches Beispiel ist ein Twitterbot, der neue Nachrichten nach Interessantem durchforstet und diese dann retweetet – mit eigenem Account.

Viel Gerede um nichts? Was die Bots sonst noch können

Im Groben kann man zwei Arten von Chatbots unterscheiden: Die "normalen", wie den oben genannten Twitterbot, und sogenannte Chat(ter)bots, die versuchen, eine Konversation zu führen. Der erste Vertreter dieser zweiten Art ist sogar schon recht alt. 1966 veröffentlichte Joseph Weizenbaum eine Arbeit zur Mensch-Maschine-Kommunikation, in deren Zuge er ELIZA, eine "persönliche Assistentin", entwickelt hatte.

Wenn man sich im Internet umsieht, trifft man bisweilen auch auf Chatbots, die mehr tun, als einfach nur Text zurückgeben. So gibt es zum Beispiel einen Bot auf Reddit, der gepostete Comics klassifiziert und unter anderem Statistiken postet, wie häufig eben dieser Comic verlinkt wurde. Daran sieht man recht schön, dass der Komplexität im Hintergrund eines Chatbots kaum Grenzen gesetzt sind. So hat die Wissenschaft hinter ihnen nicht selten mehr mit Suchmaschinen zu tun als mit echter künstlicher Intelligenz. Wenn ein Chatbot im Hintergrund aber allerlei Aufgaben erledigen kann, ist der Schritt zu einem persönlichen Assistenten, wie er schon Weizenbaum vorschwebte, nicht mehr weit.

Siri, Cortana und Co.

"Hallo Google, wie wird das Wetter heute?" So, oder so ähnlich, kann heute die Frage an das eigene Smartphone lauten, bevor man vor die Tür geht. Der eigentlichen Definition zufolge ist zwar keiner der heute vielgenutzten Sprachassistenten ein Chatbot, das Problemfeld jedoch das gleiche. De facto ist das Verarbeiten natürlicher Sprache sogar um Welten komplexer als einfache Texteingabe. Neue technische Entwicklungen bringen einen irgendwann ins Grübeln: Wie lange können wir einen kommunizierenden Computer noch von einem Menschen unterscheiden?

Turing Test – Wann ist ein Mensch ein Mensch?

Die gleiche Frage stellte sich auch Alan Turing. Nach ihm wurde der Turing-Test benannt, der sich genau damit befasst. Durch einfaches Austauschen von Textnachrichten versucht ein Bot zu erreichen, von menschlichen Probanden als Mensch eingestuft zu werden. Im ersten Moment hört sich das extrem schwer an und wenn man den Turing-Test vollständig knacken will, ist es das auch. Trotzdem schaffte es 2014 Eugene Goostman, ein Bot, der sich als 13-jähirger Ukrainer ausgibt und von russischen Wissenschaftlern entwickelt wird, den Test zu bestehen. Wie klappt das? Ganz einfach: Wenn man auf eine Frage nicht antworten kann, weicht man aus oder wechselt das Thema – wie es ein 13-jähriger nunmal tut.

Die meisten Chatbots sind am Ende des Tages aber mit wesentlich weniger Ernst bei der Sache und sorgen eher für Erheiterung. Wer selbst einmal stöbern möchte, kann sich zum Beispiel im Subreddit Simulator umsehen, in dem nur Bots posten dürfen. Alternativ gibt es den deutschen Chatbot Brain, der für das ein oder andere Gespräch gern zu haben ist.

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