Internet© strixcode / Fotolia.com

Cybermobbing: Brennpunkt soziale Netzwerke

Mobbing endet im digitalen Zeitalter nicht mehr nach Schulende oder Büroschluss: Als sogenanntes "Cybermobbing" wird es auch im Internet fortgeführt, dort sind die Brennpunkte die sozialen Netzwerke.

Trotz der Virtualität des Internets sind die Gefahren durch Cybermobbing nicht weniger real als beim "echten" Vorbild – und alleine schaffen es die Opfer häufig nicht, aus dem Kreislauf auszubrechen.

Das Opfer trägt keine Schuld

Wie bei allen Formen des Mobbings gilt auch beim Cybermobbing, dass der oder die Betroffene selten der Auslöser ist. Das Opfer kann sowohl der beliebteste Kollege im Büro als auch der typische "stille Arbeiter" sein. In der Regel erkennen dies die Cybermobbing-Opfer jedoch nicht und suchen den Fehler bei sich. Das Selbstwertgefühl leidet, mit der Zeit wird der Gang zur Schule oder ins Büro zur Qual. Da Cybermobbing oft von den Kollegen oder Mitschülern selbst ausgeht, sind sie keine Hilfe. In schweren Fällen hilft nur noch der Wechsel des Arbeitsplatzes oder der Schule oder sogar der Gang zur Polizei.

Gesichter des Cybermobbings

Während systematisches Mobbing in Gruppen seltener stattfindet, sind kleine "Sticheleien" schon deutlich verbreiteter – aber auch diese verfehlen in der Summe ihre Wirkung nicht. Meist handelt es sich dabei um beleidigende, erniedrigende Nachrichten. Cybermobbing kann aber auch andere Dimensionen annehmen: Fotomontagen können eine erhebliche Wirkung erzielen, auch in Videoform kann Cybermobbing passieren – wobei die technischen Hürden für die Erstellung von Videoinhalten dieser Variante häufig einen Riegel vorschieben. Oft empfinden die Opfer diese Form des Mobbings übrigens als noch schädigender – denn bei Facebook schauen nicht nur die Arbeitskollegen zu, sondern theoretisch über eine Milliarde Nutzer weltweit.

Soziale Netzwerke als Wurzel des Übels?

Cybermobbing geschieht am einfachsten über Facebook, Twitter, YouTube oder vergleichbare Seiten. Das liegt aber nicht nur daran, dass diese Angebote es den Anwendern so einfach machen, sondern weil dort einfach eine enorme Masse an Nutzern aufeinander trifft. Gäbe es die genannten Plattformen nicht, würde Cybermobbing an anderer Stelle ausgeübt werden. Ein Vorteil hat das Opfer aber in jedem Fall: Digitales Unrecht lässt sich mittels Screenshots recht einfach festhalten, sodass ein eventueller Gang zum Chef, vertrauten Kollegen oder gar der Polizei mit handfesten Beweisen stattfinden kann.

Cybermobbing ist gefährlich – in jedem Alter

Übrigens ist der Anteil von Kindern, die Opfer von Cybermobbing werden, beträchtlich, wie eine Studie der Universitäten Münster und Hohenheim herausgefunden hat: Etwa 35 Prozent der befragten Schüler waren schon betroffen. Auch Eltern sollten daher Augen und Ohren offenhalten und mit Kindern über eventuelle Probleme sprechen und diese vor allem ernst nehmen.

Top