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DVB-T ersetzt analoges Fernsehen

DVB-T ist ein Standard, der zur Datenübertragung über Antenne genutzt wird. Nachdem DVB-T schon vor einigen Jahren das alte Analogfernsehen abgelöst hat, soll es jetzt durch den Nachfolgestandard DVB-T2 ersetzt werden.

Was ist DVB-T?

DVB steht für "Digital Video Broadcasting" und ist ein internationaler Standard zur digitalen Datenübertragung. Das "T" am Ende der Abkürzung steht dabei für "Terrestrial" und meint die Datenübertragung per Antenne. Alternativ kann man das DVB-Signal auch über Satellit und Kabel empfangen. Nach einem einheitlichen Code werden die zu übertragenden Bild- und Tonsignale in Signale digitaler Art umgewandelt, welche über Antenne übertragen werden. Vom Endgerät werden diese komprimierten Datenpakete wieder entpackt und schließlich abgespielt und angezeigt.

Die Geschichte von DVB-T

Erstmals eingeführt wurde DVB-T im Februar 2003, mit dem Ziel, in naher Zukunft das analoge Antennenfernsehen abzustellen. Ende November 2008 war der schrittweise Umstieg abgeschlossen, sodass die analoge Signalübertragung eingestellt wurde. Eingestellt wurden mit dem analogen Signal rund 600 Sender, schließlich wurden mit DVB-T erneut 488 Sender in Betrieb genommen.

Das wird für den DVB-T-Empfang benötigt

Um DVB-T zu empfangen, werden eine Antenne (Dach- oder Zimmerantenne, je nach Signalstärke) und ein Digital-Receiver benötigt. Receiver gibt es in verschiedenen Ausführungen, als Set-Top-Box oder Scart-Box, welche vor den analogen Receiver geschaltet werden oder auch in neueren Fernsehgeräten bereits eingebaut sind. Für den PC oder mobile Endgeräte gibt es USB-Sticks oder PCMCIA-Karten, welche den DVB-T-Empfang ermöglichen.

Die Vor- und Nachteile von DVB-T

Durch die Komprimierung der Daten ins MPEG-2 oder MPEG-4 Format sinkt die Datenmenge erheblich. Aus diesem Grund können per DVB-Technik drei TV-Programme plus Zusatzdienste per Kanal übertragen werden. Zu analogen Zeiten war jeweils nur ein Programm pro Kanal möglich. Durch diese Platzersparnis wurden Frequenzen frei, welche mittlerweile für LTE-Internet verwendet werden. Auch hat sich durch DVB die Bild- und Tonqualität meist verbessert. Des Weiteren ist DVB-T deutlich portabler als sein analoger Vorgänger. So kann das digitale Signal auch unterwegs, beispielsweise per Laptop, empfangen werden.

Zu den Anfangszeiten von DVB kam es oft vor, dass die Empfangsqualität schlechter oder Bild und Ton verzerrt waren. Dies liegt daran, dass das digitale Signal, genauso wie das analoge, störanfällig gegenüber Umwelteinflüssen wie elektromagnetischer Strahlung oder Wetterphänomenen ist. Der Unterschied zu dem analogen Bild, welches nur langsam schlechter wird, ist, dass bei der digitalen Übertragungsweise das Bild meist plötzlich verschwindet, einfriert oder verpixelt.

Auf in die Zukunft: DVB-T2

Im Jahr 2009, also bald nach Abschalten des Analogfernsehens, wurde auf Europaebene schon der Nachfolgestandard von DVB-T beschlossen. Die neue Technik bietet unter anderem schnellere Umschaltzeiten und läuft auf wesentlich niedrigeren Energieniveaus, ist also effizienter. Außerdem lassen sich mit DVB-T2 noch mehr Daten in den gleichen Übertragungskanal packen, wodurch auch das Schauen von HD-Filmen möglich wird.

Leider ist die zweite Generation des Standards nicht abwärts kompatibel, man braucht also ein neues Gerät zum Empfang, das in den meisten Fällen sowohl die alte, als auch die neue Technik vorhält, um jeden Sender empfangen zu können. Allgemeines Ziel ist ein Umstieg innerhalb der nächsten Jahre. So will die ARD zum Beispiel 2017 damit beginnen und Mitte 2019 das Projekt abschließen können.

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