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Die E-Mail, der digitale Brief

Möchte man mit jemandem schriftlich kommunizieren, nutzt man heute nur noch selten die Post. Viel öfter schreibt man E-Mails, denn das geht schnell, ist kostenlos und unkompliziert. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Technik?

Brief 2.0

In den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten hat der technische Fortschritt viele Bereiche unseres Lebens grundlegend verändert, unter anderem auch die Nachrichtenübermittlung. Nachdem man die Schrift erfunden hatte, war es lange üblich, Briefe zu verschicken, sei es mit dem Pony-Express oder später mit Eisenbahn und Flugzeug. Da man bestrebt war, die Kommunikation immer schneller zu machen, kamen jedoch neue Technologien auf: Zuerst die Telegraphie, dann Telefone, Faxgeräte und irgendwann auch das Internet.

Ursprünglich war das Schreiben von Textnachrichten – nichts anderes sind E-Mails – gar kein wichtiges Ziel bei der frühen Entwicklung des Internets. Anfangs tauschte man Nachrichten aus, indem man im "Posteingang" des Gesprächspartners eine Textdatei ergänzte. Später kam dann die Nutzung des "@"-Zeichens auf, um die Adresse des Empfänger anzugeben, die vielen lokalen Netze wuchsen immer stärker zum globalen Internet zusammen und es wurde ein E-Mail-Standard verabschiedet. Vorangetrieben wurde die E-Mail-Kultur vor allem wegen der intensiven Nutzung – die Anwender fanden E-Mails einfach praktisch!

Wie kommt die E-Mail an?

Als nächstes mag sich der ein oder andere die Frage stellen, wie denn das Ganze funktioniert. Angenommen, jemand schreibt eine Mail an seinen Kollegen. Wenn er auf "Absenden" drückt, landet die Nachricht erst einmal auf dem Server seines E-Mail-Anbieters. Dieser leitet die E-Mail an den Anbieter des Kollegen weiter. Wenn dieser dann das nächste Mal seine Mail abruft, lädt sein PC oder Smartphone die Nachricht vom Server und er kann sie lesen. Falls beide beim gleichen Anbieter sind, wird der Vorgang sogar noch simpler – das Weiterleiten entfällt.

Die drei Teile der E-Mail

Natürlich sind E-Mails heute etwas komplexer als das ursprüngliche Schreiben in eine Textdatei. Eine Mail besteht aus mehreren Teilen. Zuerst kommt der sogenannte Header, die Kopfzeile, in der hauptsächlich Metainformationen stehen: Absender, Empfänger, Betreff, Zeit, Weg der E-Mail und anderes. Danach kommt erst der Hauptteil der Nachricht, der Body, wahlweise in Klartext oder mit HTML formatiert. Darauf können optional noch eine Signatur, eine Fußzeile und vor allem einer oder mehrere Anhänge folgen.

Gestaltungsmöglichkeiten einer E-Mail und deren Gefahren

Wenn man eine E-Mail abschickt, hat man die Möglichkeit, den geschriebenen Text mit HTML aufzuwerten, sei es fetter oder kursiver Text, unterschiedliche Schriftgrößen oder eingebundene Bilder. Das Problem: Hinter einer HTML-Mail können sich Viren, Würmer und andere Schadsoftware verstecken. Deshalb ist es sinnvoll, das eigene Mail-Programm so einzustellen, dass es in der E-Mail-Vorschau nur den Klartext der Nachricht anzeigt und so die Gefahr, sich einen Virus zu holen, entschärft.

Dateien schnell und einfach versenden

Ein großer Vorteil der E-Mail ist weiterhin, dass man Dateien anhängen kann. Sei es nun Texte, Bilder oder gar ganze Programme – alles kein Problem.

Trotzdem sollte man zwei Dinge bedenken: Der Empfänger muss immer sämtliche Anhänge herunterladen, um den Inhalt der Mail lesen zu können. Bei schlechter Internetverbindung oder sehr großen Dateien kann das schnell lästig werden. Es bietet sich an, größere Anhänge ins Internet hochzuladen und nur einen Link zu verschicken, damit der Empfänger selbst entscheiden kann, wann und wie er den Anhang betrachtet.

Das zweite Problem dreht sich wieder um die Sicherheit des eigenen Computers: Man sollte nur Anhänge von Absendern öffnen, denen man vertraut, da sich in den mitgeschickten Dateien Viren und andere Schädlinge verstecken können!

E-Mails via Client oder Webbrowser abrufen

Heute hat man mehrere Möglichkeiten, seine E-Mails abzurufen, zu verwalten und zu schreiben. Zum einen besteht die Möglichkeit, ein E-Mail-Programm, wie zum Beispiel Microsoft Outlook oder Mozilla Thunderbird, zu verwenden. So kann man schnell und einfach auf das eigene E-Mail-Konto zugreifen und alles so einrichten, wie es einem am besten gefällt. Alternativ kann man über Webmail Nachrichten empfangen und versenden: Man loggt sich direkt über den Web-Browser in den E-Mail-Account ein und hat Zugriff auf alle Funktionen.

Über die Sicherheit von E-Mails

Die E-Mail als Medium ist vielfach wegen mangelnder Sicherheitsstandards in der Kritik. Verschickt man eine normale, unverschlüsselte E-Mail, ist das etwa so, wie wenn man dem Postboten die Nachricht auf ein T-Shirt druckt und ihn durch die Innenstadt schickt: Jeder auf dem Weg der Nachricht kann mitlesen. Selbst wenn man den Hauptteil der Nachricht verschlüsselt, können aus den zur Übertragung genutzten Metadaten noch Bewegungs- und Sozialprofile erstellt werden. Zwar gibt es Möglichkeiten zur sicheren Verschlüsselung, jedoch sind diese recht kompliziert.

Die Zukunft der E-Mail

Wie es mit der E-Mail weitergeht, lässt sich nur schwer vorhersagen. Immer mehr übernehmen soziale Netzwerke, Kurznachrichtendienste und neue Arbeitsformen die Kommunikation der Menschen – teilweise sogar sicherer und mit besserem Datenschutz. Trotzdem wird die E-Mail uns wohl noch lange erhalten bleiben, denn die Erfahrung zeigt, dass sich technische Errungenschaften mit dem Ableben meist sehr viel Zeit lassen.

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