Simkarten© Peter Jobst / Fotolia.com

Die eSIM – die nächste SIM-Karten-Generation

Die eSIM soll Handy-Nutzern mehr Flexibilität bei der Tarifwahl bescheren, indem sie - fest verbaut im Telefon - nicht mehr ausgetauscht zu werden braucht. Doch nicht alle sind von der Idee begeistert, denn es drohen auch Nachteile.

Die eSIM soll den Mobilfunkmarkt bereichern. Eine fest verbaute SIM-Karte, welche einen Anbieterwechsel ohne lästiges Kartentauschen möglich macht. Die eSIM, ausgeschrieben embedded SIM, soll beispielsweise über QR-Codes programmierbar sein. Dabei würde die Nummer des Smartphones einfach mit dem gewünschten Anbieter verknüpft.

So sollen ein Anbieterwechsel und das Nutzen eines Tarifes mit mehreren Endgeräten einfacher werden. Auch das Umgehen von teuren Roaming-Kosten im Ausland oder das Nutzen mehrerer Tarifen auf dem gleichen Telefon, wofür man derzeit ein Handy mit Dual-SIM-Funktion benötigt, könnte einfacher umzusetzen sein.

Wo die eSIM herkommt

Ursprünglich wurde die eSIM entwickelt, um die Kommunikation verschiedener Maschinen untereinander zu erleichtern. Apple und Samsung haben die Idee für Smartphone, Tablet und Co. aufgegriffen. In den USA und England ist die Apple-SIM im iPad Air 2 und iPad mini 4 bereits eine Weile erhältlich. Diese ist ebenso wie die eSIM umprogrammierbar, aber noch gegen andere SIM-Karten austauschbar. Auch in Deutschland, Frankreich, Italien, der Schweiz und weiteren Ländern sind die beiden Modelle nun erschienen. Man rechnet damit, dass erste "echte" eSIM-Modelle bereits 2016 auf den Markt kommen.

Vorteile der eSIM

Der klare Vorteil einer eSIM wird wohl deren Flexibilität sein: Ein Anbieterwechsel ist schnell via Software vollzogen, das lästige und zeitaufwändige Austauschen der SIM-Karten entfällt. So springt man beispielsweise schnell von seinem Telefontarife in den Datentarif, welche bei unterschiedlichen Anbietern liegen. Aber auch wer ins Ausland reist, kann sich ganz einfach in das dortige Netz einwählen, die eSIM wird einfach umprogrammiert.

Smartphone-Hersteller können die eSIM zudem kompakt und flexibel im Smartphone verstauen, der Nutzer muss schließlich keinen Zugang mehr zu dieser haben. So sind neue und noch flachere Smartphone-Bauweisen denkbar.

Kritik an der eSIM

Wie so oft schaut man Neuerungen nicht nur mit Freude entgegen: Das Kommen der eSIM lässt einige um die gute alte Prepaid-Karte, welche ein anonymes Telefonieren ohne Vertragsbindung möglich macht, bangen. Diese hätte schließlich keinen Platz mehr im Handy, ob man Prepaid-Tarife für die eSIM-Karte anbieten wird, bleibt offen. Generell hätten die Smartphone-Hersteller dann die Macht darüber, welche Tarife im Smartphone genutzt werden können.

Auch viele Tarifanbieter empfangen die eSIM nicht mit sonderlich offenen Armen. Wer unkompliziert und ohne hohen Mehraufwand den Anbieter wechseln kann, der wird dies vermutlich deutlich öfter tun als bisher. Um die Kunden fest an sich zu binden, werden die Anbieter sich also noch mehr einfallen lassen müssen als zuvor und noch stärker zueinander in Wettbewerb treten.

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