Mobilfunk© weha / Fotolia.com

Handystrahlung: Gefahr beim mobilen Telefonieren mindern

Das Handy gehört zu einem Kulturgut unseres Alltags und kaum einer möchte das Schnurlostelefon für unterwegs noch missen. Doch bei vielen bleibt ein gewisse Unsicherheit, was die möglichen Gefahren betrifft. Denn die handlichen Mobiltelefone stehen im Verdacht, gesundheitsgefährdend zu sein.

Über die Gefahren der Handystrahlung gibt es viele kontroverse Ansichten. Was sich sicher sagen lässt: Ein unmittelbares Risiko durch mobiles Telefonieren ist bisher nicht erwiesen. Mögliche Langzeiteffekte lassen sich derzeit jedoch nicht abschätzen, denn die Mobiltelefonie, wie wir sie heute kennen, entstand erst in den 1990er Jahren. Aus diesem Grund fehlen bisher signifikante Langzeitstudien.

Die Handystrahlung aktueller Geräte hält sich in Grenzen

Auf ein Handy verzichten muss deswegen nun aber keiner. Soweit sich anhand des derzeitigen Wissensstandes abschätzen lässt, sind alle aktuell in Deutschland zugelassenen Handys unbedenklich. Sie halten den vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert von maximal 2,0 Watt pro Kilogramm ein. Eine Strahlenbelastung bis zu diesem Grenzwert hält das BfS für unschädlich.

Der SAR-Wert dient zur Beurteilung der Handystrahlung

Dennoch rät das Bundesamt dazu, eine unnötige Strahlenbelastung zu vermeiden und nach Möglichkeit ein Handy mit geringem SAR-Wert zu verwenden. Der SAR-Wert ist ein Maß für den durch Handystrahlung verursachten thermischen Effekt. Mit anderen Worten: Durch die Absorption (Aufnahme) von Strahlung erwärmt sich das Gewebe minimal. Dass man bei längeren Handytelefonaten nun aber warme Ohren bekommt, ist hauptsächlich auf den Handyakku und den Wäremstau zurückzuführen.

Der SAR-Wert ist momentan der einzige Anhaltspunkt, um die Handystrahlung objektiv zu bewerten und zu vergleichen. Besonders strahlungsarme Handys haben einen SAR-Wert von 0,6 Watt pro Kilogramm oder weniger, im Schnitt weisen die Geräte eine Belastung zwischen 0,2 und 1,7 Watt pro Kilogramm auf. Der tatsächliche SAR-Wert eines Handys liegt im Alltag allerdings deutlich unter dem genannten Grenzwert. Die in dem Messverfahren ermittelte Strahlenbelastung orientiert sich immer an der maximalen Sendeleistung des Geräts. Die fährt das Handy aber nur bei schlechten Empfang auf, beispielsweise im Auto oder in Zügen.

Belastung durch eigenes Telefonierverhalten mindern

Um eine unnötige Handystrahlung zu vermeiden, sollte man als Nutzer zu aller erst auf einen guten Empfang achten und nach Möglichkeit im Freien oder in Fensternähe telefonieren. Ein Headset reduziert ebenfalls die Strahlenbelastung, bei längeren Telefonaten sollte man zu einem schnurgebundenen Festnetztelefon greifen. Die schnurlosen Festnetztelefone nach dem DECT-Standard schützen nicht, denn sie haben eine dem Handy ähnliche Strahlenbelastung. Im Auto ist die Freisprecheinrichtung sowieso Pflicht, eine Außenantenne kann jedoch den Empfang verbessern. Keinesfalls sollte man Aufkleber oder Folien an das Gerät anbringen, die angeblich vor Handystrahlung schützen. Diese Accessoires taugen entweder nichts oder zwingen das Handy im Extremfall mit höherer Leistung zu senden, was eher schädlich denn nützlich wäre.

News zum Thema
  • Kinder mit Smartphone und Tablet
    Handystrahlung

    Bundesamt veröffentlicht Übersicht zu SAR-Werten

    Wie hoch ist die Strahlenbelastung des eigenen Smartphones? Oft sind die Angaben zum SAR-Wert schwer zu finden. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat die Werte von 2.500 Geräten gesammelt und online zugänglich gemacht.

    weiter
  • fotografieren
    Handystrahlung

    Kinder haben ihr Handy auch nachts in Griffweite

    Viele Kinder in Deutschland haben bereits ihr eigenes Smartphone oder Handy. Oft liegt dieses sogar nachts immer in Griffweite parat. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät dazu, ein Modell mit möglichst geringer Strahlung zu wählen.

    weiter
  • Handy Empfang
    "Biologische Auswirkungen"

    Neue Studie zu Handystrahlung veröffentlicht

    Elektromagnetische Strahlungen etwa von Handys oder schnurlosen Telefonen können beim Menschen bestimmte biologische Veränderungen bewirken, doch bisher gibt es keinen Beweis für gesundheitliche Auswirkungen.

    weiter
Top