Computer Spionage© Sergey Nivens / Fotolia.com

PRISM heizt Datenschutzdiskussion neu an

Durch Snowden sind heute viele Dinge bezüglich der USA, deren Geheimdienste und die Überwachung des Internets klarer. Was genau Snowden der Welt offenbart hat lesen Sie hier.

PRISM ist der Name eines geheimen Überwachungsprogramms, welches elektronische Daten auswertet und vom US-Geheimdienst NSA betrieben wird. Mit diesem Programm kann jegliche Kommunikation weltweit von verschiedenen Servern abgegriffen werden. E-Mails, VoIP, versendete Dateien und Aktivitäten in sozialen Netzwerken – beinahe alles kann mitgeschnitten und ausgewertet werden.

Wie wurde PRISM bekannt?

Das Programm PRISM gelangte mit den Veröffentlichungen Edward Snowdens an die Öffentlichkeit. Vorher hatte niemand etwas von dem riesigen Ausmaß der Überwachung durch die NSA geahnt. Am 1. Juni begann Snowden damit, seine gesammelten Daten zu veröffentlichen: Britischen Journalisten wurden erste Geheimnisse der amerikanischen Geheimdienste übermittelt und vier Tage später fanden diese sich in der Zeitung wieder. Dieser Artikel brachte einen großen Skandal ins Rollen. Immer mehr Details wurden bekannt.

Datenspeicherung auf Vorrat

Seit 2006 wurden Daten von US-Bürgern auf Vorrat gespeichert: Telefon- und Internetverbindungsdaten wurden in Massen bei der NSA eingespeichert, um bei eventuellen Auffälligkeiten genauer überprüft zu werden. Auf diese Weise ließen sich Beziehungen und Vorhaben von Personen nachvollziehen. Welche Politiker verhandeln miteinander, welche Firma kooperiert mit welcher? Unter dem Namen Tempora fand diese Vorratsdatenspeicherung auch global statt. So wurden etwa 200 Glasfaserkabel angezapft, welche Daten von unter anderem Engländern und Deutschen transportierten. Ebenso wie in der USA werden auch weltweit Telefon- und Internetverbindungsdaten gespeichert. Diese werden durch das Programm "Boundless Informant" ausgewertet. Aus Deutschland kommend wurden auf diesem Weg bis zu 500 Millionen Datensätze pro Monat gespeichert. PRISM wird seit 2007 aktiv betrieben und ermöglicht den Zugriff auf E-Mails, Fotos, Privatnachrichten und Chats. Nach den Dokumenten von Snowden hat das Programm direkten Zugriff auf verschiedene Server wie beispielsweise die von Microsoft und Facebook, was die Anbieter selber jedoch bestreiten.

Welche Konsequenzen hat PRISM?

Sorge um Datenschutz bekommt neues Futter

Die Enthüllungen von Snowden sorgten für einen Sturm der Entrüstung. Man kritisierte die USA scharf und forderte Aufklärung. Unternehmen und Länder fürchteten um die Sicherheit ihrer geheimen Daten. So wurde auch in Deutschland die Diskussion um Vorratsdatenspeicherung erneut losgetreten. Zudem wurde die Bundesanwaltschaft eingeschaltet, um zu überprüfen, ob die Ausspähung seitens der USA gegen den staatlichen Schutzauftrag verstößt.

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