Datenbrille© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

Smart Glasses: Den Bildschirm vor Augen

Zukunftsmusik, die Realität wird: Smart Glasses, die einen interaktiven Bildschirm direkt vor die Augen bringen. Musik hören, Infos einblenden lassen, Bilder machen: Es gibt nur wenig, was eine solche Datenbrille nicht können soll.

Smart Glasses werden derzeit von zahlreichen Herstellern entwickelt, nicht nur die allseits bekannte Google Glass. Meist sind ein Minicomputer und ein kleines Display an einen Brillenrahmen moniert, sodass der Nutzer die Anzeige jederzeit sehen und freihändig mit dem Gerät arbeiten kann. Der Computer, welcher mit dem Smartphone vernetzt ist, wird über Sprache gesteuert. So können Dienste wie Foto- und Videoaufnahmen, Telefonanrufe, Navigation und Informationen zur Umwelt eingeblendet werden.

Was können Smart Glasses?

Wetter oder Uhrzeit, Weganweisungen, Wissenswertes zum eben gesehenem Denkmal, Ergebnisse von Suchanfragen, Übersetzungen in fremde Sprachen… Entweder werden die Informationen aller Art wie ein Hologramm vor den Nutzer projiziert, oder sie werden über ein kleines Display angezeigtt. Ob man ein ganz normales Telefonat fühhen oder seinen Konferenzpartner via Video sehen möchte, die Möglichkeiten, die einem Smart Glasses bieten, sind schier unendlich.

Ein großer Unterschied zwischen den verschiedenen Datenbrillen liegt darin, dass manche die Realität komplett ausblenden und andere mit dieser arbeiten. Sogar Datenbrillen speziell zum Autofahren sind in der Entwicklung – mit diesen soll man beispielsweise durch die sichteinschränkenden Säulen (wie die A-Säule) hindurchsehen können. Je nach Datenbrille können freihändig zudem per Sprachbefehl jederzeit Fotos und Videos aufgenommen werden. Gesteuert wird die Datenbrille entweder per Sprachbefehl oder über ein eingebautes Touchdisplay am Brillenträger. Aber auch die Steuerung über Augengestik versuchen manche Hersteller umzusetzen.

Die Technik hinter Smart Glasses

Damit Smart Glasses funktionieres, ist grundsätzlich ein Smartphone mit entsprechender Software nötig, da die Brille lediglich das Medium ist. Alle Daten kommen vom Smartphone, welches beispielsweise auch die Internetverbindung herstellt. Die in die Brille integrierte Kamera schießt Bilder und kann Videos aufnehmen. Musik kann man über einen abnehmbaren Kopfhörer hören und das Display soll das Sichtfeld nur geringfügig einschränken. Die Verbindung zum Smartphone findet über WLAN oder Bluetooth statt.

Die bekannteste Datenbrille: Google Glass

An der Datenbrille Google Glass arbeitet Google schon seit mehreren Jahren. Offiziell wurde die Brille erstmals 2012 vorgestellt. Daraufhin wurden 10.000 Geräte in Umlauf gebracht, um sie im realen Leben zu testen. Bald verdreifachte sich die Zahl, da jeder Tester drei weitere Personen anwerben durfte. Ab November 2013 konnte man sich in eine Warteliste für die überarbeitete Version der Google Glass eintragen. Verbessert wurde bei der zweiten Auflage zum einen die Tonausgabe: In der ersten Version wurde sie durch Schwingungen des Brillenbügels übertragen, die zweite Version bietet einen Kopfhörer. Zudem soll für Brillenträger die Möglichkeit bestehen, Brillengläser anzustecken.

Wann genau Google Glass nun wirklich zum Alltagsgegenstand wird, ist aber weiter unklar. Die erste Auflage brachte jedenfalls nicht den erhofften Durchschlag.

Wer entwickelt sonst noch Smart Glasses?

Gerade in der Technik geht es rasant voran: So muss sich jedes große Unternehmen, welches groß bleiben möchte, ständig Gedanken um Fortschritt machen und seine Entwicklungen möglichst zeitnah auf den Markt bringen. So tüftelt nicht nur Google an einer Datenbrille. Auch Microsoft, Sony, Intel, Toshiba, Zeiss und sogar BMW sind dabei, Smart Glasses der verschiedensten Formen zu entwickeln.

Was sagen Datenschützer?

Datenschützer beäugen die Smart Glasses natürlich sehr misstrauisch. Sie sind in der Lage, für Umstehende unmerklich Informationen zu sammeln, zu speichern und zu suchen. So wehrte man sich beispielsweise heftig gegen die Gesichtserkennung oder hat Bedenken bei der Aufnahme von Fotos. Was man bisher im Regelfall bemerkte, könnte mit Google Glass heimlich umgesetzt werden. Das dürfte vielerorts eine große Hürde für die Brillen-Tüftler darstellen.

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