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Smartphone-Sucht erkennen und bekämpfen

Schaut man sich in der Öffentlichkeit um, sieht man sie überall: Smartphones, wischende und tippende Gesten. Ganz normal? Ist der Smartphone-Konsum hoch, spricht man auch hier von einer Sucht. Wie man Smartphone-Sucht erkennt und wie man wieder davon loskommt.

Chatten, E-Mails abrufen, Spiele spielen, surfen… es gibt kaum etwas, das das Smartphone nicht macht. Und genau das macht es gefährlich: Jeder Smartphone-Besitzer schaut pro Tag etwa 80-mal aufs Display und verbringt durchschnittlich drei Stunden aktiv mit seinem Smartphone.

Für Wissenschaftler ist es schwierig, Smartphone-Sucht eindeutig zu bestimmen, allgemeine Regelungen gibt es noch nicht und offiziell anerkannt ist die Smartphone-Sucht auch nicht. Außerdem steht das Smartphones oft in Verbindung mit dem Internet, Smartphone- und Internet-Sucht liegen also eng beieinander.

Woher kommt die Smartphone-Sucht?

Smartphone- und Internet-Sucht vergleicht man gerne mit der Sucht nach dem Glücksspiel. Anders als beispielsweise die Alkohol- oder Drogensucht ist die Smartphone-Sucht eine nicht stoffgebundene Sucht. Man kann sie mit dem Glücksspiel vergleichen: Während wir das Smartphone aus der Tasche holen, entsperren und bis wir sehen, ob sich etwas getan hat, ob jemand sich gemeldet hat, ob wir wichtig sind, baut sich eine Spannung in uns auf, die sich gegebenenfalls in einem Glücksmoment entlädt. Im Gehirn ist dabei vermutlich Dopamin im Spiel, ein Hormon, welches unter anderem für Freude zuständig ist.

Da das Smartphone offensichtliche Freude bescheren kann, nimmt man es immer öfter zur Hand, in der Hoffnung, eine nette Überraschung zu erleben und seinen zwar geleugneten aber doch vorhandenen Spieltrieb zu befriedigen.

Wann wird aus "viel" "zu viel"?

Für viele Deutsche ist es normal, das Smartphone immer dabei zu haben und es oft zu nutzen. Doch wann wird aus einer regelmäßigen Nutzung eine Sucht? Problematisch ist der Übergang von normaler zu suchtartiger Nutzung. Dieser geht meist gleitend und unbemerkt vonstatten.

Erkennungsmerkmale, dass man zu viel Zeit mit seinem Smartphone verbringt, können vielseitig sein, so unter anderem die Vernachlässigung anderer Aufgaben wie Schule, Hobby oder Arbeit. Wer mit seinem Gegenüber via WhatsApp kommuniziert anstatt mit ihm zu reden macht etwas falsch: Betroffene lassen Freunde und Verwandtschaft im realen Leben oft links liegen und leben beinahe ausschließlich in der virtuellen Welt. Die Realität steht hinten an und man fühlt sich gezwungen, dauernd auf den Bildschirm zu schauen. Alles dreht sich um das kleine Gerät. Hat man es vergessen, ist kein Empfang, der Akku leer oder geht es gar kaputt, kann das zu Stress, Ruhelosigkeit und sogar körperlichen Symptomen wie Schweißausbrüchen führen.

Das kann gegen Smartphone-Sucht helfen

Möchte man seinen Smartphone-Konsum einschränken, können Regeln helfen: Ein smartphonefreier Tag, nicht erreichbar während gewisser Tageszeiten, Smartphone nachts und während der Arbeit aus…Gut ist es, wenn man bei der "Entwöhnung" von seinem Freundes- und Familienkreis unterstützt und hin und wieder daran erinnert wird, das Smartphone auch mal links liegen zu lassen.

Es gibt Apps (z.B. Menthal, Stay Focused oder Break Free), die die Nutzungsintensität aufzeichnen und Rückmeldung geben. So gelingt es besser zu reflektieren, wie lange man tatsächlich mit seinem Smartphone verbringt, es zur Hand nimmt und welche Apps am häufigsten genutzt werden. Manche der Apps erinnern auch ab einer bestimmten Nutzungsdauer daran, dass schon wieder viel Zeit mit dem Mobiltelefon verbraucht wurde.
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