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Telefonabzocke: Was machen, wenns teuer wird?

Das Telefon klingelt. Sie gehen ran. Ein Sprachcomputer erzählt in monotoner Stimme, dass sie gewonnen haben. Nun sollte man hellhörig werden. Jeder hat sicherlich schon mal davon gehört und doch fallen noch genug Leute darauf rein: Telefonabzocke.

Wenn das Telefon klingelt und eine unbekannte Nummer anruft, sollte man erstmal vorsichtig sein. Das gilt besonders, wenn die Nummer mit 0900 beginnt und am anderen Ende der Leitung ein Sprachcomputer wartet, der Ihnen beispielsweise einen Gewinn verspricht, gleichzeitig aber zu Zahlungen auffordert.

Telefon-Abzocke ist trotz aller Bemühungen und Androhungen von Strafe nach wie vor ein Problem. Von Abzocke spricht man umgangssprachlich, wenn beispielsweise durch einen Anruf Kosten entstehen, denen sich der Angerufene nicht bewusst war, oder aber die nicht gerechtfertigt sind.

Was sollte man bei einem verdächtigen Anruf machen?

Erscheint einem ein Anruf verdächtig, sollte man eventuell geforderte Daten auf keinen Fall übermitteln. Auch wenn man zu einem Rückruf bei einer solchen Nummer aufgefordert wird, sollte man dieser Aufforderung nicht nachkommen, da diese Nummern kostenpflichtig sind und man so nur in einer teuren Warteschleife landet. Eventuell eingefordertes Geld ist schon gar nicht zu überweisen. Seriöse Anbieter werden solche Zahlungen immer schriftlich anfordern. Die entsprechende Nummer kann man bei der Bundesnetzagentur melden.

Was ist, wenn die Warnung zu spät kommt?

Wem durch eine betrügerische Nummer Kosten entstanden sind, der sollte zügig handeln und den zu Unrecht eingeforderten Betrag möglichst schnell zurückbuchen lassen. Zudem muss in diesem Fall die Reklamation dem Telefonanbieter als auch der kostenverursachenden Nummer gemeldet werden. Haben Sie tatsächlich einen Vertrag abgeschlossen, kann dieser innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden. Dazu müssen Sie in Textform über das Widerrufsrecht belehrt worden sein. Die Frist kann auch länger sein, hier kann man sich bei der Verbraucherzentrale beraten lassen.

Und unerlaubte Telefonwerbung?

Telefonwerbung darf eigentlich nur noch stattfinden, wenn der Angerufene vor den eigentlichen Anruf damit einverstanden ist und die Nummer der werbenden Instanz angezeigt wird. Durch unerlaubte Telefonwerbung soll dem Anrufer oft ein Vertrag aufgedrängt werden, durch den Kosten entstehen. Oft ist sich der "Käufer" seines Glückes gar nicht bewusst, da er nicht ausdrücklich eigenwilligt hat, etwas zu erwerben oder einen Vertrag abzuschließen. Auch in einem solchen Fall bietet die Bundesnetzagentur Hilfeleistungen an.

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