Handy am Steuer© Minerva Studio / Fotolia.com

Telefonieren im Auto kann schnell teuer werden

Wer im Auto als Fahrer mit seinem Handy beschäftigt ist, handelt grob fahrlässig und begeht in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit. Erlaubt ist das Telefonieren am Steuer nur, wenn das Auto eine Freisprechanlage hat oder abgestellt ist. Grund dafür ist das große Ablenkungspotenzial eines Handys und die daraus hervorgehende hohe Unfallrate.

Handy-Verbot am Steuer

Das Telefonieren im Auto bei laufendem Motor oder gar während der Fahrt ist seit Jahren verboten und steht unter Geldstrafe. Trotzdem telefonieren weiterhin zahlreiche Autofahrer, während sie am Steuer sitzen. Dabei ist nicht nur das Telefonieren verboten, sondern auch jede Bedienung des Handys. Surfen, SMS schreiben, Uhrzeit nachschauen, einen Anruf per Tastendruck annehmen… Alles Aspekte, die im gleichen Gesetzestext genannt sind. Mit der Einführung des neuen Punktesystems 2014 fallen dafür 60 Euro Strafe an und man bekommt einen Flensburg-Punkt.

Erlaubt ist das Telefonieren nur, wenn man das Auto mit abgestelltem Motor parkt oder eine Freisprechanlage installiert ist. Auch wenn man an einer roten Ampel steht und der Motor nicht läuft, kann man telefonieren. Zumindest entschied das OLG Hamm 2014 in einem Fall entsprechend; es sei sogar egal, ob der Motor manuell oder automatisch abgeschaltet werde.

Handy-Verbot in anderen Ländern

Auch in anderen Ländern wird das Nutzen eines Handys oder Smartphones hinterm Steuer geahndet. Besonders in südeuropäischen Ländern wie Portugal, Griechenland oder Spanien kann der Griff zum Handy sehr teuer werden. Auch gut zu wissen ist, dass Verstöße gegen das Handy-Verbot europaweit verfolgt werden.

Was sagt die Versicherung bei einem Unfall?

Wer einen Unfall verursacht, während er mit seinem Handy beschäftigt ist, für den sieht es schlecht aus. Zwar zahlt die KFZ-Haftpflichtversicherung auch bei fahrlässigem Handeln, jedoch kann die eventuell abgeschlossene Vollkaskoversicherung gegebenfalls eine Schadensübernahme verweigern. Kommen zudem bei dem Unfall Personen zu Schaden, muss mit einer Anklage gerechnet werden.

Wie gefährlich ist der Handygebrauch am Steuer wirklich?

Wer fährt schon mit geschlossenen Augen? Und was passiert, wenn man für einige Sekunden auf das Handydisplay anstatt auf die Straße schaut? Zwar mag man im Augenwinkel noch das Geschehen im Straßenverkehr mitbekommen, jedoch ist man zu sehr auf das Handy fixiert, um es wirklich realisieren zu können.

Der ADAC schätzt, dass deutschlandweit etwa täglich 800 Unfälle passieren, weil ein Handy genutzt wurde. Auch zeigte eine Studie, dass viele Autofahrer regelmäßig etwa zwei Sekunden auf das Display schauen, um zu sehen, ob es etwas Neues gibt. Rechnet man hier ein wenig und nimmt eine Geschwindigkeit des Autos von 50 km/h an, so werden in diesen zwei Sekunden 30 Meter blind zurückgelegt, in denen alles Mögliche passieren kann.

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