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Mobile Trojaner sind auf dem Vormarsch

Vor langer Zeit waren Viren, Würmer und Trojaner aufgrund der enormen Verbreitung des Betriebssystems noch Windows vorbehalten. Im mobilen Zeitalter sucht sich die Schadsoftware aber auch Android und iOS als Ziele aus.

Die größten Einfallstore für Trojaner stellen vorher präparierte Webseiten sowie die App-Stores dar. Sowohl bei Apple als auch Google im Play Store gibt es hin und wieder Apps, die sich als seriöses Programm tarnen und letztendlich Böses im Schilde führen. Eine der größten Gefahren für das allseits beliebte iPhone besteht dann, wenn es sich um Geräte mit Jailbreak handelt. Für erfahrene Anwender ist der Jailbreak eine hervorragende Möglichkeit, um Root-Access zum Smartphone zu bekommen und sich dadurch aus dem "goldenen Käfig" von Apple zu befreien. Gleichzeitig werden damit Schutzmaßnahmen von Apple deaktiviert.

Die Situation unter Android

Unter Android gibt es einige Trojaner wie die berüchtigte BKA-Software: Sie verschlüsselt die Daten auf dem Smartphone und rückt die Informationen erst dann wieder heraus, wenn der Anwender eine Überweisung an ein bestimmtes Bankkonto vorgenommen hat. Bezahlen sollte der Nutzer in keinem Fall, da dann einfach nichts passiert. Helfen kann es schon, die infizierte App einfach zu deinstallieren. Häufig kommen Apps dieser Art getarnt in Form anderer Apps im Store an – wie vielleicht als Medienplayer. Normalerweise kümmert sich Google schnell um eine Entsorgung dieses Elektronikmülls, aber für einige Stunden oder Tage bleiben die Programme vorhanden und richten Schaden an.

Trojaner und ihre Wirkungsweise

Ihren Namen verdanken die Trojaner dem berühmten trojanischen Pferd: Getarnt als häufig nützliche App – wie etwa der beschriebene Mediaplayer – gelangen sie auf das Smartphone des Anwenders. Bei der Installation des Programms wird der Trojaner aktiv und richtet sein Unheil an. Häufig handelt es sich um das Ausspähen von Benutzerdaten oder ähnliche, finanziell lukrative Aufgaben. Daten, die für das Online-Banking wichtig sind, stellen für Trojaner ein häufig genutztes Ziel dar. Bankkontendaten standen bei einigen Trojanern im Jahr 2014 ganz oben auf der Liste der Daten, die diese Schadsoftware abgreifen sollte. Ist der Trojaner auf dem Smartphone des Opfers angekommen, sendet er Daten, lässt sich vom Urheber der Schadsoftware steuern und dergleichen mehr. Je nach Art unterscheidet sich auch die Wirkung.

Unterschiede zu Viren und Würmern

Würmer sind Schädlinge, die sich über diverse Netzwerktechniken (entweder das lokale Netzwerk oder das Internet) selbstständig verbreiten. Ein Zutun des Nutzers ist nicht notwendig. Das Ziel von Würmern und auch Viren ist häufig das Anrichten blinder Zerstörung, wozu das Löschen von Daten und in Extremfällen auch Hardwaredefekte zählen. Sie sind daher sofort bemerkbar (was jedoch selten hilft, etwas gegen die Schadsoftware zu tun). Trojaner arbeiten im besten Fall permanent unbemerkt, um etwa als Bot-Netz zu agieren. Ausnahmen – wie der eindeutig sichtbare und aufdringliche BKA-Trojaner – bestätigen diese Regel. Die Lösung sieht in allen Fällen gleich aus: ein aktuelles Antivirenprogramm.

Trojanerschutz für Handys

Die üblichen Verdächtigen unter den Herstellern für Antivirensoftware bieten auch Programme für den Schutz von Smartphones an. Avira, Kaspersky Labs, Avast!, AVG und zahlreiche andere Entwickler stellen diese Programmpakete bereit. Einige sind kostenlos, andere wiederum schlagen mit (meist geringen) Preisen zu Buche. Ob sich der Kauf dieser Anwendungen lohnt, ist ein anderes Thema: Wer sich nicht auf zwielichtigen Webseiten aufhält und nur Apps aus den offiziellen Stores installiert, schifft meist schon in sicheren Gewässern. Der Trojaner Obad.a aus dem Jahr 2014 etwa hat Nutzerdaten gestohlen und sich selbst über Bluetooth und SMS versendet. Die erstmalige Installation war jedoch nur möglich, indem ein unsicherer E-Mail-Anhang geöffnet wurde. Mit anderen Worten: Wer vorsichtig surft, ist auch auf Smartphones vor Trojanern geschützt.

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