Forschung

Heikel: Druckergeräusche verraten Inhalt der Ausdrucke

Neueste Forschungen haben ergeben, dass Druckergeräusche Patientenkarten und Kontodaten verraten können. Deutsche Forscher haben ein Verfahren entwickelt, mit dem man mithilfe der Geräusche eines Nadeldruckers auf den Inhalt der Ausdrucke schließen kann.

Internettelefonie© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Saarbrücken (red) – Eigentlich sind Nadeldrucker Relikte aus vergangenen Zeiten. Aber Forscher haben jetzt bewiesen, dass der noch häufig in Arztpraxen und Banken genutzte Nadeldrucker ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellt. Um den gedruckten Text zu rekonstruieren würde es laut Spiegel Online schon ausreichen, ein Mikrofon neben dem Drucker zu platzieren. Dem Bericht zufolge ist der Gebrauch eines solchen Druckers für Rezepte von starken Medikamenten sogar Pflicht.

Abhören erfordert Vorarbeit

Damit es möglich ist, einen Nadeldrucker abzuhören, mussten Forscher erst einmal eine Software trainieren, die einzelnen Töne des Druckers zu deuten. Zudem mussten Störgeräusche entfernt werden. Nach dieser Trainingsphase gelang es, rund 70 Prozent der gedruckten Wörter zu analysieren und damit den Inhalt zu verstehen. Auch Zahlen wie etwa Geheimnummern von Konten wurden entziffert. Die Trefferquote sei erstaunlich hoch gewesen.

Sicherheitslücken werden aufgedeckt

In einem Test war es den Forschern gelungen, nach sechs Trainingsrunden bei der siebten ein Rezept durch die Geräusche des Druckers zu entziffern. Die Forscher gehen jedoch nicht davon aus, dass diese Spionagemethode bereits angewandt wird. Ihnen geht es laut dem Bericht lediglich darum, Sicherheitslücken frühzeitig aufzudecken und auf mögliche Gefahren hinzuweisen. Vorherige Tests ergaben bereits, dass man Wörter über die Geräusche der Tastatur herausfiltern kann und Daten aus der Abstrahlung aus den Kabeln eines LCD-Bildschirms erfassen kann.

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