Allensbach-Studie

Bezahlen in Deutschland: Smartphone wird für kleine Beträge genutzt

Eine knappe Mehrheit der Deutschen bevorzugt die Barzahlung, doch gerade in der Corona-Krise gewinnen die Zahlungen per Karte oder Smartphone weiter an Bedeutung. Eine Allensbach-Umfrage hat die unterschiedlichen Bezahltypen untersucht.

Jörg Schamberg, 03.11.2020, 13:22 Uhr
Smartphone bezahlenDas mobile Bezahlen per Smartphone ist in Deutschland auf dem Vormarsch.© Artur Marciniec / Fotolia.com

Verbraucher in Deutschland haben inzwischen die Wahl zwischen verschiedenen Bezahlverfahren. So können sie an der Kasse zwischen einer Barzahlung, der Nutzung der Giro- bzw. Kreditkarte oder vielfach bereits dem mobilen Bezahlen per Smartphone wählen. Eine Allensbach-Studie im Auftrag der "Initiative Deutsche Zahlungssysteme" hat die unterschiedlichen Bezahltypen hierzulande untersucht und dazu 1.237 Personen befragt.

girocard wird bei Kartenzahlungen mit großem Abstand bevorzugt

Laut der Umfrage besitzen rund 96 Prozent aller Befragten mindestens eine girocard. Die Kartenzahlung sei unabhängig vom Geschlecht: Jeweils 39 Prozent der befragten Frauen bzw. Männer bevorzugen eine Zahlung per Karte. Der durchschnittliche "Kartenzahler" sei im Alter von 30 bis 44 Jahren. Jeder Zweite (49 Prozent) in dieser Altersgruppe zahle generell am liebsten mit Karte. Die girocard werde mit großem Abstand (65 Prozent) vor der Kreditkarte (14 Prozent) bei der Kartenzahlung bevorzugt. Es gibt bundesweit rund 100 Millionen girocards von Sparkassen und Banken.

Bei "Kartenzahlern" finde aber auch das kontaktlose Zahlen mit dem Smartphone Anklang. 41 Prozent der "Kartenzahler" könnten sich vorstellen mobil zu bezahlen. 13 Prozent hätten dies bereits ausprobiert. Das Geldabheben direkt an der Supermarktkasse hätten 53 Prozent der "Kartenzahler" bereits genutzt.

"Smartphone-Zahler" zahlen vor allem Beträge unter 25 Euro mobil

Der "Smartphone-Zahler" sei dagegen jünger als der "Kartenzahler". Tendenziell sind solche Zahler männlich und zwischen 16 und 29 Jahren alt. Vor allem Beträge unter 25 Euro würden von 86 Prozent der Befragten am liebsten mit dem Handy beglichen. 93 Prozent der "Smartphone-Zahler" finden das mobile Zahlen einfach zu handhaben. Besonders bei Beträgen bis 25 Euro sei das Bezahlverfahren auch schnell.

Nicht nur an Kassen in der Großstadt werde das Smartphone zum Bezahlen gezückt. Rund 24 Prozent von Bewohnern aller Regionen Deutschlands, also auch aus ländlichen Gebieten, können sich das Bezahlen mit dem Mobilfunktelefon vorstellen. Bei einer Abschaffung des Bargeldes würde ein Großteil der "Smartphone-Zahler" (71 Prozent) dem Papiergeld wohl nicht nachtrauern und hätte keinerlei Umstellungsprobleme. Dagegen würden nur 37 Prozent der "Kartenzahler" und nur vier Prozent der "Barzahler" mit einer Abschaffung des Bargelds zurechtkommen.

Knappe Mehrheit der Deutschen bevorzugt Barzahlung

Jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) zahlt weiterhin am liebsten in bar. Scheine und Münzen sind mit einem kleinen Vorsprung bei Frauen (55 Prozent) etwas beliebter als bei Männern (49 Prozent). Der typische "Barzahler" ist laut der Umfrage 60 Jahre und älter, Bankgeschäfte würden noch traditionell in der Bankfiliale (68 Prozent) erledigt. Dieser Bezahltyp kaufe auch lieber in Geschäften vor Ort ein (79 Prozent), nur 8 Prozent bevorzugen Online-Shopping.

Klassisch sei auch das Fernsehverhalten: Auf das reguläre Fernsehprogramm würden 80 Prozent aus dieser Gruppe setzen, nur 13 Prozent auf Streamingdienste. Während 35 Prozent aller Befragten an der Supermarktkasse Geld abheben würden, nutzen dies nur 19 Prozent der "Barzahler". Allerdings hat die Corona-Krise bei den "Barzahlern" zu einer Verhaltensänderung geführt. Knapp ein Drittel (30 Prozent) von ihnen zahle seit dem Ausbruch der Pandemie mehr mit Karte. Vor allem Frauen (41 Prozent) würden nun häufiger zur Karte greifen als Männer (36 Prozent).

Bezahlverhalten der Bundesbürger wandelt sich

Das Fazit der Studie: Das Bezahlverhalten der Bevölkerung in Deutschland ist im Wandel. Bei allen Gruppen sei ein Trend zur Kartenzahlung feststellbar. Zudem setze sich das digitale Zahlen mit dem Smartphone vermehrt durch.

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