Entwarnung

Datenpanne beim BKA: Beweismittel doch nicht verloren

Beim Bundeskriminalamt (BKA) und bei der Bundespolizei ist es zu einer schwerwiegenden Datenpanne gekommen. Beweismittel sollen drei Monate lang gelöscht worden sein. Anscheinend sind die Daten aber rechtzeitig in Papierform archiviert worden.

DSL Anschluss© Bernard BAILLY / Fotolia.com

Berlin/Wiesbaden (dapd/red) - Nach Informationen der "Bild am Sonntag" wurden Beweismittel in Ermittlungsverfahren von BKA und Bundespolizei aufgrund eines Softwarefehlers drei Monate lang unbemerkt gelöscht.

Betroffen sind Daten aus der sogenannten Telekommunikationsüberwachung (TKÜ), wie sie in Ermittlungen gegen Schwerkriminelle und Terroristen gesammelt werden. Dabei handelt es sich um abgehörte Telefongespräche, mitgelesene E-Mails, Kurzmitteilungen (SMS) und Telefaxe sowie die Lokalisierung von Mobiltelefonen (Funkzellenabfrage). Das BKA habe die Datenverluste auf Anfrage der Zeitung bestätigt.

Softwarefehler: Daten wurden systematisch gelöscht

Bemerkt wurde die Datenpanne erst im Februar von Technikern der Firma Syborg, die die vertraulichen Daten im Auftrag der Polizei verwaltet. Nach Angaben der saarländischen Firma hatte der Softwarefehler dazu geführt, dass vom 14. Dezember 2011 bis 10. Februar 2012 am BKA-Standort Wiesbaden systematisch Daten aus TKÜ-Maßnahmen des BKA und der Bundespolizei gelöscht wurden.

Das BKA legt Wert auf die Feststellung, dass die Datenlöschungen nicht die Ermittlungen gegen Mitglieder und Unterstützer des "Nationalsozialistischen Untergrundes" betreffen.

BKA: Daten sind nicht verloren

Mittlerweile hat die Behörde Entwarnung gegeben: Es seien durch den Softwarefehler keine Informationen zu Ermittlungsverfahren unwiederbringlich verloren gegangen, heißt es in einer Erklärung vom Sonntag. Alle relevanten Inhalte seien bereits vor der Datenlöschung in Akten übertragen worden. Die Auswertungsbeamten stünden als Zeugen bei den entsprechenden Gerichtsverfahren zur Verfügung. Der Generalbundesanwalt und die zuständigen Staatsanwaltschaften seien in Kenntnis gesetzt worden.

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