CO2-Ausstoß

Energieverbrauch: Was eine eBay-Auktion kostet

Durch das Internet kann man in Sekundenschnelle an jedem Ort der Welt sein. Dafür reichen schon ein paar Mausklicks aus. Was viele Menschen jedoch nicht wissen: Selbst virtuelles Reisen kostet eine Menge Energie.

DSL Anschluss© Bernard BAILLY / Fotolia.com

Schon eine Anfrage bei der Suchmaschine Google soll vier Watt Strom pro Stunde kosten oder zwei Gramm CO2-Ausstoß, wie Forscher aus den USA errechnet haben: "Das entspricht dem Stromverbrauch einer Energiesparlampe, die eine Stunde lang brennt", sagt Siegfried Behrendt vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin.

2001 entfielen 5 Prozent des Elektroenergieverbrauchs

Seit 20 Jahren beschäftigt sich der Wissenschaftler mit dem Energieverbrauch der Informations- und Kommunikationsbranche. Er habe beobachtet, dass beim Thema Klimawandel heutzutage vor allem über klassische Energiefresser wie das Auto oder Kraftwerke debattiert werde, während die Nachhaltigkeit in der Informationsgesellschaft kaum eine Rolle spiele. Laut Behrendt entfielen schon 2001 fünf Prozent des Elektroenergieverbrauchs in Deutschland auf die Informations- und Kommunikationstechnik, nämlich 23,2 Terrawattstunden. "Für 2010 wird mit 29, für 2015 mit 31 Terawattstunden gerechnet", so Behrendt.

Problem Serverräume

Es ist jedoch nicht allein der Computer am Arbeitsplatz oder zu Hause, der beim Internetsurfen die Energie verbraucht. Die Infrastruktur der Datenautobahnen sowie die Serverleistung treiben im Wesentlichen den Stromverbrauch in die Höhe. Vielbesuchte Internet-Seiten wie Google oder Wikipedia haben keine kleinen Serverräume, um die unzähligen Anfragen aus aller Welt zu beantworten.

Eine eBay-Auktion ergibt 18 Gramm CO2

Teurer lässt es sich allerdings auch durch das World Wide Web surfen. "Eine Auktion bei eBay schlägt mit 18 Gramm CO2 zu Buche", sagt Behrendt. Wer gleich ganze virtuelle Identitäten im Netz annimmt, wird vollständig zum Klimasünder. "Ein Jahr lang eine Identität in der Parallelwelt Second Life zu pflegen, entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch eines Brasilianers", erläutert Behrendt.

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