"Gefällt mir"-Button

Facebook: Kartellamt will Datenaustausch teils verbieten

Nach mehrjährigen Ermittlungen gegen Facebook wegen des Datenaustausches mit Drittanbietern unter anderem über den "Gefällt mir"-Button, will das Bundeskartellamt nun einschreiten - und die Datensammelei des US-Konzerns einschränken.

Social Media© jd-photodesign / Fotolia.com

Berlin – Das Bundeskartellamt will gegen den Datenaustausch von Facebook mit Drittanbietern vorgehen. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, soll die Sammlung von Nutzerdaten in Deutschland teilweise verboten werden. Das Kartellamt habe drei Jahre lang gegen den US-Konzern ermittelt.

Facebook erhält durch Datenaustausch Zugriff auf zahlreiche Nutzerdaten

Das soziale Netzwerk gerät immer wieder wegen mangelndem Datenschutz in den Fokus. Aktuell ist dem Bundeskartellamt der Austausch von Daten mit Anbietern von Spiele-Apps, Webseiten-Betreibern, Twitter oder aber auch mit den ebenfalls zu Facebook gehörenden Diensten WhatsApp und Instagram ein Dorn im Auge. Durch Einbau des "Gefällt mir"-Buttons oder des Facebook-Logins in Online-Angeboten von Dritten erhalte Facebook Nutzerdaten in großem Stil. Diese ließen sich mit dem Facebook-Konto kombinieren.

Die Wettbewerbshüter sehen darin einen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung des von Mark Zuckerberg gegründeten Konzerns. Die Nutzer des sozialen Netzwerks selbst wüssten meist gar nicht, was mit ihren Daten geschehe. Im Laufe der letzten Jahre hatte Facebook seine Datenschutzregeln mehrfach an die immer strengeren Datenschutzauflagen in Europa anpassen müssen.

Facebook soll Frist von Bundeskartellamt gesetzt werden

Laut dem Bericht soll das Bundeskartellamt Facebook offenbar eine Frist setzen, um kritisierte Punkte umzusetzen. Details wollten die Wettbewerbswächter gegenüber der "Bild am Sonntag" jedoch nicht nennen. Bei einer Weigerung von Facebook könnte das Kartellamt Strafen in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro verhängen. Facebook scheint wenig Entgegenkommen zu zeigen. Eine Facebook-Sprecherin erklärte, dass der US-Konzern die Ansichten des Kartellamtes nicht teile.

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