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Facebook knackt die Milliarden-Marke

Theoretisch ist jeder siebte Erdenbürger Mitglied im Online-Netzwerk Facebook. Die Zahl der Nutzer habe die Schwelle von einer Milliarde überschritten, teilte Facebook-Gründer Zuckerberg mit. Allerdings dürften nicht alle Profile echt sein.

Facebook

New York (AFP/red) - Es bestehen Zweifel über "Phantom-Profile", hinter denen sich keine echten Nutzer verbergen. Die Milliarden-Marke erreichte das soziale Netzwerk nach eigenen Angaben bereits am 14. September. Darunter seien 600 Millionen Nutzer, die sich über Mobilgeräte wie Smartphones oder Tablet-Computer einloggen würden. Zu den aktiven Nutzern rechnet das Netzwerk Mitglieder, die binnen 30 Tagen mindestens einmal auf ihrem Profil vorbeischauen.

Deutschland liegt auf Rang zehn

Facebook gibt es mittlerweile in mehr als 70 Sprachen. Besonders eifrig wird das soziale Netzwerk in den USA genutzt, dem Marktforschungsunternehmen Socialbakers zufolge sind dort 166 Millionen Menschen aktiv. Deutschland liege mit knapp 25 Millionen Mitgliedern weltweit auf Platz zehn. Ein weißer Fleck ist dagegen China, die Regierung in Peking hat Facebook gesperrt.

Seit der Gründung von Facebook im Jahr 2004 haben Nutzer nach Angaben des Unternehmens 1,13 Billionen Mal den "Gefällt mir"-Button geklickt. Etwa 140 Milliarden Freundschaftsverbindungen seien entstanden und 219 Milliarden Fotos hochgeladen worden. Das Durchschnittsalter der Nutzer sei 22 Jahre.

Facebook ist in einer schwierigen Phase

Zuckerberg zeigte sich in einem Interview mit dem US-Sender NBC begeistert über die neuen Nutzerzahlen. Es sei "einfach unglaublich", jeden Tag ins Büro zu kommen und einer Milliarde Menschen zu helfen, miteinander im Kontakt zu sein, sagte er. Das Unternehmen entwickle sich trotz einiger Schwierigkeiten weiter. "Wir sind offenkundlich gerade in einer schweren Phase", sagte Zuckerberg.

Der Facebook-Chef spielte damit auf den missglückten Börsengang seines Unternehmens an. Seit dem Debüt an der New Yorker Wall Street im Mai verloren die Facebook-Papiere zwischenzeitlich mehr als die Hälfte ihres Wertes. Am Donnerstag lag der Kurs im Frühhandel nach einem leichten Anstieg bei 22,06 Dollar. Der Ausgabepreis hatte 38 Dollar betragen.

Kritiker bemängeln, dass das Unternehmen kein überzeugendes Geschäftsmodell vorgelegt hat. Facebook ist zum überwiegenden Teil von Werbeeinnahmen abhängig. Als Problem gilt dabei, dass immer mehr Nutzer über mobile Geräte auf das soziale Netzwerk zugreifen, Facebook aber eine klare Strategie für das Anzeigengeschäft in diesem Bereich fehlt.

Schätzung: Jedes zehnte Profil ist nicht echt

Außerdem werden die Angaben zum Wachstum der Nutzerzahlen von Schätzungen über "Phantom-Profile" überschattet. Knapp neun Prozent der Profile dürften laut Facebook zweifelhaft sein. Dabei handele es sich um Dopplungen oder das Werk von Kriminellen. Einige Profile repräsentieren demnach keine Nutzer, sondern etwa Haustiere oder andere "nicht menschliche Einheiten".

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