Strafe

Fakeshop-Betreiber geht für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis

Betreiber von Fakeshops erwartet unter Umständen eine Haftstrafe – und das nicht zu knapp. Für einen 35-Jährigen aus München enden die Betrügereien mit einem Gefängnisaufenthalt von fünfeinhalb Jahren.

Marcel Petritz, 09.06.2017, 00:01 Uhr (Quelle: DPA)
Urteil© fotogestoeber / Fotolia.com

München/Bamberg - Knapp 430.000 Euro hat ein Internetbetrüger mit insgesamt 19 sogenannten Fakeshops erbeutet, nun sitzt er hinter Gitter: Das Landgericht München verurteilte den 35-jährigen Münchner am Mittwoch wegen mehrfachen gewerbsmäßigen Betrugs zu fünfeinhalb Jahren Haft, wie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Donnerstag mitteilte. In Bamberg ist die Zentralstelle Cybercrime Bayern angesiedelt.

750 Kunden geprellt

Der Mann hatte den Angaben zufolge im Internet hochwertige Elektroartikel angeboten. Er ließ die Kunden den Kaufpreis per Vorkasse bezahlen - und blieb dann die Lieferung schuldig. So prellte er rund 750 Kunden um insgesamt knapp 430.000 Euro. Er war nach umfangreichen Ermittlungen im In- und Ausland in Spanien festgenommen und im Februar 2016 nach Deutschland ausgeliefert worden.

"Fakeshops" sind oftmals auf den ersten Blick von seriösen Verkaufsplattformen im Internet kaum zu unterscheiden", warnte die Zentralstelle Cybercrime. Die betrügerischen Angebote des Mannes seien an Professionalität kaum zu überbieten gewesen. Die Shops wechselten regelmäßig ihre Domains. Bilder und Artikelbeschreibungen kopierte der Täter von den Seiten seriöser Online-Händler.

Gemietetes Online-Sekretariat

Er gab in einem Fall auch eine Telefonnummer für Kundenrückfragen an - in einem extra gemieteten Online-Sekretariat. Die Web-Shops seien aggressiv über gängige Internet- und Preissuchmaschinenanbieter für den deutschsprachigen Raum beworben worden. In einigen Fällen habe es über Strohmänner auch reale Handelsregistereintragungen gegeben.

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