Neue Masche

Gefälschte Streaming-Portale: Polizei warnt vor Abzocke

Mit gefälschten Streaming-Webseiten versuchen Cyberkriminelle derzeit Internetnutzer abzuzocken. Die Polizei Niedersachsen warnt gleich vor einer Vielzahl solcher angeblicher Streamingdienste. Betroffene sollen geforderte Beträge nicht zahlen.

Video-Streaming© goodluz / Fotolia.com

Hannover – Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt aktuell vor einer neuen Abzockmasche. Cyberkriminelle nutzen dazu die große Nachfrage nach Streamingdiensten wie Netflix & Co. aus. Unter zahlreichen Namen bieten die Abzocker online angebliche Film-Streamingseiten an. Wer sich dort registriert, kann jedoch statt aktueller Blockbuster eine teure Überraschung erleben.

Die Polizei Niedersachsen warnt vor diesen angeblichen Streamingdiensten:

  • gigaflix.de, bigflix.de, binoflix.de, braflix.de, dinoflix.de, flixabo.de, gonaflix.de, gonastream.de,
  • imaxkino.com, momoflix.de, monaflix.de, laflix.de, soyaflix.de, rotflix.de, weflix.de, streamino.de, dasflix.de, coflix.de,
  • yoflix.de, toflix.de, cinemaflix.de, kinoroom.de, hdflix.de sowie gefälschte Anwaltvideos auf youtube

Internetnutzer können sich zudem auf den Portalen onlinewarnungen.de sowie watchlist-internet.at informieren, die umfangreiche Listen über solche unseriöse Streaming-Plattformen bereithalten.

Vorsicht: Registrierung als versteckte Kostenfalle

Die angeblichen Streaming-Seiten würden sich im Look eines klassischen Streaming-Dienstes präsentieren. Beim Klick auf einen Film erhalten Nutzer folgenden Hinweis: "Achtung! Es wurde ein Fehler festgestellt: Nicht registrierte Nutzer haben keinen Zugriff auf die Filme, melden Sie sich bitte an bzw. registrieren Sie sich auf der Webseite."

Eine Registrierung ist durch Angabe von Vor- und Nachnamen, Mailadresse und Passwort möglich. Wer das Formular ausfüllt, gebe auch seine Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen. Diese haben es aber in sich. So finden sich nach Angaben der Polizei Niedersachsen dort etwa Bedingungen wie diese:

"Wenn Sie die kostenfreie Testphase abonnieren oder Ihren Account während der Testphase löschen, wird keine Gebühr erhoben. Falls Sie Ihren Account innerhalb von 5 Tagen nicht löschen sollten, wird Ihr Account automatisch als Premium-Tarif für den Preis von 29,90 € pro Monat (358,80 € pro Jahr) verlängert. In diesem Fall muss die Zahlung für die Premium-Mitgliedschaft einmalig in Höhe von 358,80 € geleistet werden."

Nutzungsbedingungen teils nur auf englisch

Die Nutzungsbedingungen werden teils nur auf englisch angeboten. Teilweise fänden sich hier auch Platzhalter für den Namen der Streamingseite oder die Zahlungsbedingungen. Nur zum Teil werde auf die kostenpflichtige Registrierung hingewiesen. Der entsprechende Button sei beispielsweise teils nur mit "Registrieren" beschriftet. Nach der Registrierung sollen die Nutzer angeblich einen Freischaltcode per Mail erhalten. Dies sei jedoch nicht geschehen.

Zahlungsaufforderungen und Drohung mit Inkassodiensten

Stattdessen finden die Abzockeopfer in ihrem Mail-Postfach Zahlungsaufforderungen und Mahnungen. Es werde auch mit der Hinzuziehung von Inkassodienstleistern gedroht. Im Impressum der Webseiten werden unterschiedliche Adressen, meist in Großbritannien, als Ansprechpartner angegeben. Soweit sich dort Rufnummern finden, seien sie jedoch identisch. Die dreisten Cyberkriminellen veröffentlichen auf YouTube außerdem unter dem Namen der angeblichen Streaming-Webseite und mit dem Zusatz "Rechnung" oder "Rechnung bekommen" Videos von angeblichen Anwälten, die behaupten, dass die Forderungen rechtmäßig seien. Es werde immer wieder das gleiche Grund-Video genutzt und jeweils nur der Name des jeweiligen angeblichen Streaming-Dienstes eingeblendet.

Polizei rät: Rechnung nicht bezahlen und Anzeige erstatten

Die Polizei Niedersachsen rät Betroffenen, die sich bei einem solchen Dienst registriert haben, dass sie die geforderte Rechnung nicht bezahlen sollen. Außerdem solle bei der örtlichen Polizeidienststelle eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet werden. Dringend zur Anzeige geraten werde, wenn die Opfer der Abzockemasche bereits gezahlt haben. Dafür sollten sowohl der Mailverkehr als auch Inkassoschreiben und Überweisungsbelege ausgedruckt und der Polizei übergeben werden.

Weiterführende Links
Top