Wirklich sicher?

Google+ führt Gesichtserkennung ein

Auch der Internetdienst Google führt für sein soziales Netzwerk nun eine Software zur Gesichtserkennung ein. Die Nutzung der Software soll angeblich sicher sein. Den Nutzern des sozialen Netzwerkes Google+ verspricht der Konzern "volle Kontrolle" des Dienstes.

12.12.2011, 10:29 Uhr
Web© rajareddy / Fotolia.com

San Francisco (AFP/red) - Der US-Internetkonzern Google führt für die Nutzer seines sozialen Netzwerks Google+ eine Gesichtserkennungssoftware ein. Der Konzern forsche schon seit Jahren an der entsprechenden Technik, habe sie aber erst einsetzen wollen, wenn zugleich der Schutz der Privatsphäre gesichert sei, erklärte Googles Datenschutzbeauftragter Peter Fleischer am Donnerstag in einem Firmenblog. Die Software namens "Find my Face" werde nur dann aktiv, wenn der Nutzer sie vorher freigeschaltet habe.

Social Network verspricht Sicherheit

Werde das Programm aktiv, um den Nutzer auf dem Foto eines anderen Nutzers namentlich zu markieren ("zu taggen"), werde er wie bisher auch um seine Erlaubnis gefragt und könne die Markierung verhindern. Das Programm soll das Markieren von Personen auf Fotos erleichtern. Wenn ein Nutzer ein Bild in Google+ veröffentlichen will, analysiert "Find my Face" die Gesichter der darauf abgebildeten Personen. Bei denen, die dem Programm zuvor den Zugriff auf ihre biometrischen Daten gestattet haben und die es erkennt, liefert es einen Namensvorschlag, den der Fotobesitzer lesen und bestätigen kann.

Ministerin will Software genau prüfen

Die erkannten Menschen werden laut Mitteilung vor der Veröffentlichung der Informationen aber noch einmal gefragt, ob sie mit der Markierung auch einverstanden sind. Google sichert demnach auch zu, alle Gesichtsprofil-Daten wieder zu löschen, wenn ein Nutzer "Find my Face" später wieder deaktiviert. Automatische Gesichtserkennungsprogramme sind wegen ihrer möglichen Folgen für die Privatsphäre und den Datenschutz von Internetnutzern höchst umstritten. Um die entsprechende Software von Google-Konkurrent Facebook gibt es schon seit langem Streit. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) kündigte am Freitag in der "Augsburger Allgemeinen" an, auch das Google-Programm kritisch unter die Lupe zu nehmen.

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