Untersuchung

Google könnte Suchergebnisse manipuliert haben

Die Europäische Union hat ein Wettbewerbsverfahren gegen Google eröffnet, das ein millionenschweres Bußgeld nach sich ziehen könnte. Der Internetkonzern steht im Verdacht, Suchergebnisse manipuliert und so Mitbewerber benachteiligt zu haben.

30.11.2010, 14:56 Uhr
DSL Anschluss© Bernard BAILLY / Fotolia.com

Brüssel (afp/red) - Das teilte die Europäische Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Das US-Unternehmen kündigte an, mit der Kommission zusammenzuarbeiten.

Google habe womöglich die Seiten konkurrierender Suchdienste in seinen Trefferlisten vorsätzlich zu weit unten und seine eigenen Dienste zu weit oben angezeigt, heißt es in der Kommissionsmitteilung. Es geht demnach um spezialisierte Suchdienste, die etwa Preisvergleiche anbieten. Da Google selbst solche Dienste anbiete, könnte es die Konkurrenten ausgebremst haben, glaubt die EU-Kommission. Google könnte dann bei Suchergebnissen den eigenen Diensten "einen bevorzugten Rang eingeräumt" haben.

Absichtlich weit unten angezeigt?

Die EU-Wettbewerbshüter gehen zudem dem Vorwurf nach, dass Google seine marktbeherrschende Stellung missbraucht habe. Sie betreffen die Anzeigen, die bei Google neben oder über den unbezahlten Suchergebnissen stehen. Hier geht es um den Verdacht, dass Google technische Maßnahmen unternommen hat, die den Preis für die Anzeigen bestimmter Konkurrenten künstlich herauftreiben könnten.

Zudem hat Google bei Werbeverträgen den Partnern möglicherweise unfaire Verpflichtungen auferlegt, erklärte die Kommission, die die oberste Wettbewerbsaufsicht in der EU ist. Dem Verdacht zufolge durften die Partner auf ihren eigenen Seiten bestimmte Anzeigen nicht schalten, die mit Werbung bei Google konkurrieren.

Anzeigen von anderen Suchdiensten

Ein Google-Sprecher erklärte am Dienstag, dass das Unternehmen stets daran arbeite, "das Richtige für unsere Nutzer und unsere Branche zu tun". Er fügte hinzu: "Natürlich gibt es immer auch Möglichkeiten für weitere Verbesserungen - wir werden daher eng mit der Kommission zusammenarbeiten, um etwaige Bedenken auszuräumen."

Im Februar waren bei der EU drei Beschwerden über angeblich unfaire Praktiken von Google eingegangen. Sie stammten von Betreibern von Internetseiten, die besonders zielgerichtete Suchen ermöglichen. Das jetzt eingeleitete Wettbewerbsverfahren kann mit einem millionenschweren Bußgeld enden. Die Kommission betonte aber am Dienstag, dass sie Google bisher keinen Verstoß "gegen die europäischen Kartellrechtsvorschriften" nachweisen kann. Für den Abschluss des Verfahrens gibt es keine Frist.

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