Kleines Zugeständnis

Google sagt Verbesserungen beim Datenschutz zu (Upd.)

Nutzer der Internet-Suchmaschine Google können auf einen besseren Datenschutz hoffen. Das US-Unternehmen will künftig bereits nach neun Monaten die persönlichen Verbindungsdaten anonymisieren, wie es am Dienstag auf seinem offiziellen Blog ankündigte.

Internetverbindung© Daniel Fleck / Fotolia.com

Brüssel (AFP/cm) - Der Internetkonzern Google beugt sich dem Druck von Daten- und Verbraucherschützern und will den Datenschutz für seine Nutzer verbessern. Künftig sollten die persönlichen Verbindungsdaten von Nutzern der beliebten Google-Suchmaschine nach neun Monaten anonymisiert werden, kündigte das Unternehmen am Dienstag auf seinem offiziellen Blog an.

Die Frist wird damit halbiert. Unklar blieb aber, wann die kürzere Speicherdauer umgesetzt wird. Google begründete den Schritt mit den Forderungen von Datenschützern insbesondere aus der Europäischen Union, die private Daten von Google-Nutzern besser zu schützen.

Reaktion auf teils massive Kritiken

Google speichert jede einzelne Anfrage, die über seine Suchmaschine getätigt wird. Bisher werden diese Daten 18 Monate lang der sogenannten IP-Adresse zugeordnet, über die einzelne Nutzer beziehungsweise Computer zu identifizieren sind. Bis März 2007 hatte der Internetriese die IP-Adressen sogar dauerhaft gespeichert. Für Google sind die Suchdaten bares Geld wert: Sie geben Aufschluss über die Interessen und persönlichen Beziehungen der Internetnutzer. Google-Werbekunden können damit gezielter ihre Anzeigen schalten. Die nun beschlossene schnellere Löschung der Daten schütze nun zwar die Privatsphäre der Nutzer besser, erklärte Google. Gleichzeitig behindere sie aber auch Innovationen.

Warnungen vor neuem Google-Browser

Europäische Datenschützer fordern seit langem, die Zuordnung der sensiblen Internetdaten bereits nach sechs Monaten zu löschen. Die europäische Verbraucherschutzorganisation BEUC bezeichnete die Ankündigung von Google daher nun als einen "richtigen Schritt". Zugleich bleibe aber abzuwarten, wie der Konzern die Änderung praktisch umsetze und ob die Daten dadurch tatsächlich vollständig anonymisiert würden.

Unter anderem wegen Datenschutzbedenken hatten erst am Wochenende Experten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor dem Gebrauch des neuen Google-Internetbrowsers "Chrome" gewarnt. Zwar sei der Google-Browser an sich transparent und sicherheitstechnisch gut ausgestattet, doch sammle Google damit exakte Daten über die einzelnen Nutzer des Browsers.

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