Nachlass

Google stellt Testament für Online-Dienste vor

Google stellte hat für seine Online-Dienste eine Testament-Funktion vorgestellt, die Nutzern eine stärkere Kontrolle über den Umgang mit persönlichen Daten nach ihrem Ableben gibt. Die Daten können gelöscht oder an Andere zur Verwaltung übergeben werden.

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New York (AFP/red) - Nach dem Tod leben immer mehr Menschen über ihre digitalen Spuren im Internet weiter. Mit der neuen Funktion könnten sich Nutzer auf ihr "digitales Leben nach dem Tod" vorbereiten und zugleich ihre Privatsphäre schützen, teilte Google in einem Firmenblog mit.

Löschung oder Verwaltung durch Bekannte

Der Service wird den Angaben zufolge für Googles E-Mail-Dienst Gmail, die Online-Videoplattform YouTube, den Foto-Dienst Picasa, das soziale Netzwerk Google+ sowie den Online-Datenspeicher Drive eingeführt. Nutzer können Google+ dort beispielsweise verfügen, ob ihre Daten nach drei, sechs oder zwölf Monaten ohne Aktivität auf dem Konto automatisch gelöscht werden. Außerdem können Bekannte oder Familienmitglieder als Verwalter des digitalen Nachlasses bestimmt werden. Um versehentliche Löschungen zu vermeiden, soll der Nutzer zuvor per Email oder SMS eine Vorwarnung erhalten.

Was passiert mit Online-Daten im Todesfall?

Angesichts der steigenden Internet-Nutzerzahlen haben sich auch andere Anbieter von sozialen Netzwerken mit der Frage befasst, was nach dem Tod von Mitgliedern aus den in ihren Profilen gespeicherten Daten wird. In den USA ist die Rechtsprechung dazu noch vage. Für Schlagzeilen sorgte im Jahr 2005 der Fall eines im Irak getöteten US-Soldaten. Der E-Mail-Anbieter Yahoo verweigerte seinerzeit der Familie den Zugriff auf dessen Konto mit dem Hinweis, "private Informationen" nicht offenlegen zu können.

Hierzulande gehen die Rechte an Homepages, online gespeicherten E-Mails, Bildern und Profilen auf die Erben über. Sie dürfen bei Internet-Anbietern zum Beispiel neue Passwörter anfordern, um Zugang zu den Konten zu bekommen. Als Legitimation dienen nach Angaben des Branchenverbands Bitkom Sterbeurkunde und Erbschein.

So handhaben es andere Portale

Auch Yahoo Deutschland weist in seinen Geschäftsbedingungen darauf hin, dass die Mitgliedschaft mit dem Tod erlischt und nicht übertragen werden kann. Das soziale Netzwerk Facebook bietet einen "Erinnerungsstatus" an, in den Konten von Mitgliedern nach deren Tod geschaltet werden können. In dem Status können Freunde auf der Seite des Mitglieds Beileidsbekundungen hinterlassen. Der Kurznachrichtendienst Twitter stellt Hinterbliebenen das komplette Archiv des Verstorbenen zur Verfügung.

Es gibt auch spezielle Anbieter, bei denen Online-Passwörter für die Erben hinterlegt werden können. Der Bitkom-Verband rät jedoch zur genauen Prüfung solcher Angebote und empfiehlt, die sensiblen Informationen einem Notar zu übergeben.

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