Cyber-Attacke

Hacker stehlen Daten von Twitter-Nutzern

Der Internetdienst Twitter ist nach eigenen Angaben Opfer einer "technisch ausgefeilten" Cyber-Attacke geworden. Bei dem Hackerangriff wurden die Zugangsdaten von rund 250.000 Nutzern gestohlen. Twitter vermute zudem, dass es sich nicht um einen Einzelfall handele.

04.02.2013, 10:11 Uhr
Twitter© Twitter Inc.

San Francisco (AFP/red) - Der Angriff sei "nicht das Werk von Amateuren", erklärte der Sicherheitschef des Onlinedienstes für Kurzbotschaften, Bob Lord, am Freitag (Ortszeit) in seinem Blog.

US-Zeitungen ebenfalls von Hackern angegriffen

Die US-Zeitungen "New York Times" und "Wall Street Journal" hatten in den vergangenen Tagen ebenfalls über Hackerangriffe auf ihre Internetseiten und Computersysteme berichtet. Sie vermuteten Hacker aus China hinter den Angriffen. Beide Zeitungen gingen dabei davon aus, dass die Angriffe darauf abzielen sollten, die jeweilige China-Berichterstattung zu überwachen.

Am Samstag machte auch die "Washington Post" publik, dass sie Ende 2011 Ziel eines Hacker-Angriffs war. In der Titelgeschichte der Zeitung hieß es, das auch hinter dieser Attacke chinesische Hacker vermutet werden. Verlagssprecherin Kris Coratti wurde mit den Worten zitiert, dass der Verlag "prompt" reagiert und eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen ergriffen habe.

Twitter hingegen äußerte sich zunächst nicht dazu, von wo aus der Angriff geführt wurde. Die Hacker hätten eine "extrem ausgefeilte" Technik eingesetzt. "Wir glauben, dass in jüngster Zeit auch andere Unternehmen und Organisationen auf ähnliche Weise angegriffen wurden", schrieb Lord.

Adressen und Passwörter vieler Nutzer gestohlen

Bei den entwendeten Nutzerdaten könnte es sich seinen Angaben zufolge um Nutzernamen, E-Mail-Adressen, Passwörter und andere Daten von rund 250.000 Nutzern handeln. Twitter habe die Zugangsdaten der betroffenen Konten daher sicherheitshalber ungültig gemacht und deren Inhaber per E-Mail aufgefordert, neue Passwörter anzulegen.

Die am Freitag aus dem Amt geschiedene US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Donnerstag erklärt, die US-Regierung beobachte eine Zunahme von Hackerangriffen sowohl auf staatliche Einrichtungen als auch auf Privatunternehmen. Sie wünsche sich ein internationales Forum, das Antworten auf "diese Art illegalen Eindringens" suche. Mike Lloyd, technischer Direktor der Sicherheitsfirma RedSeal Networks, sprach bei dem Angriff auf Twitter von einem weiteren "Weckruf". Was derzeit geschehe, sei ein "Krieg zwischen Unternehmen und Datendieben und wir verlieren ihn", erklärte er.

Twitter mit Sitz in San Francisco hat eigenen Angaben vom Dezember zufolge mittlerweile mehr als 200 Millionen aktive Nutzer. Diese können über den Dienst Botschaften mit einer Länge von bis zu 140 Zeichen verschicken. Interessierte, sogenannte Follower, können diesen Nachrichtenstrom verfolgen. Vor allem im Zuge von gesellschaftlichen Revolten gewann der Dienst in jüngster Vergangenheit zunehmend an Bedeutung. In China ist Twitter offiziell gesperrt.

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