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IP-Umstellung: Kunde bekommt keinen DSL-Anschluss mehr

Die IP-Umstellung der Telekom geht 2018 in den Endspurt. In manchen Fällen kann die Umstellung für Kunden aber von Nachteil sein. Ein Nutzer in Hessen etwa hat wohl ab April gar keinen DSL-Anschluss mehr. Der Grund: Die Bandbreite reicht nicht.

Internet-Störung© Ana Blazik Pavlovic / Fotolia.com

Bonn/Linden – Die Deutsche Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) hatte 2013 beschlossen, dass bis Ende 2018 alle Festnetzanschlüsse des Bonner Konzerns auf internetbasierte Telefonanschlüsse (IP-Anschluss) umgestellt werden. Seitdem wurden die technischen Änderungen schrittweise bereits für Millionen Anschlüsse vorgenommen. In diesem Jahr geht es in den Endspurt. Doch manche Kunden bleiben bei der Umstellung offenbar auf der Strecke. Das zeigt auch ein Fall, über den die "Oberhessische Zeitung" kürzlich berichtet hatte. Obwohl der Telekom-Kunde aus dem hessischen Mücke-Bernsfeld auf einen IP-Anschluss wechseln will, sei dies laut Telekom technisch nicht möglich – und der Kunde steht ab April wohl ohne DSL-Anschluss da.

IP-Umstellung: Telekom kündigt alte Tarife - Wechsel in MagentaZuhause-Tarife

Das generelle Vorgehen der Telekom im Zuge der IP-Umstellung ist seit Jahren bekannt. So werden alte Tarife wie "Call & Surf" zunächst seitens der Telekom gekündigt, da diese nach Umstellung der Anschlüsse nicht weitergeführt werden. Will der Kunde weiterhin bei der Telekom bleiben, so muss er in einen aktuellen IP-Tarif wechseln. Zur Wahl stehen etwa die MagentaZuhause-Tarife S, M oder L. Auf Wunsch lässt sich auch EntertainTV hinzubuchen oder ein Hybrid-Anschluss in Kombination mit Mobilfunk buchen.

Wechsel zu "MagentaZuhause S" technisch nicht möglich

Der betroffene Kunde wollte zum kleinstmöglichen Paket "MagentaZuhause S" wechseln, dies sei technisch jedoch nicht machbar. Eine genauere Begründung dafür erhielt er nicht. Mitarbeiter der Telekom-Hotline rieten ihm, stattdessen einen einfachen Telefonanschluss zu buchen. Das sei für ihn jedoch nicht akzeptabel gewesen, da er auf einen Internetanschluss angewiesen sei. Ohne Alternative könne er ab April das Internet nicht mehr nutzen.

Telekom: Mindestbandbreiten für IP-Anschlüsse sind gering

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Unsere Redaktion hat bei der Telekom nachgehakt. Ein Telekomsprecher erklärte, dass die erforderlichen Mindestbandbreiten für IP-Anschlüsse recht gering seien. "Selbst Anschlüsse mit DSL 384 können heute schon auf das Magenta Zuhause Portfolio umgestellt werden und im Zuge des Breitbandbaus oder mit dem Hybrid-Produkt höhere Bandbreiten erhalten", so der Sprecher des Bonner Konzerns. Stehe vor Ort allerdings weniger Bandbreite bereit als erforderlich, so könne die Telekom "keine Internetanschlüsse auf Basis der oben genannten Magenta-Zuhause-Tarife" anbieten. Betroffen davon seien nur wenige Kunden. Konkrete Zahlen nannte der Sprecher nicht, es handele sich aber um "sehr seltene Fälle".

"Call&Surf via Funk" als Alternative?

Die Kunden könnten stattdessen das Produkt "Call&Surf via Funk" wählen. Dank eines speziellen Routers könne die Telefonie weiterhin über das Festnetz erfolgen, das Surfen im Internet werde dagegen per Mobilfunk realisiert. Je nach Verfügbarkeit vor Ort lasse sich auch LTE-Geschwindigkeit nutzen. Bei den aktuellen Tarifen ab 34,94 Euro monatlich ist je nach gewähltem Paket (S, M oder L) ein monatliches Highspeed-Datenvolumen zwischen 10 GB und 30 GB inklusive. Damit sind die Kunden bei der Nutzung des Internets jedoch relativ eingeschränkt. Bei häufigem Streaming von Musik und Videos sowie größeren Downloads ist das schnelle Datenvolumen schnell aufgebraucht. Ein Ersatz für einen Festnetzanschluss ist dieses Telekom-Produkt für Normal- und Vielsurfer somit nicht.

Andere DSL-Anbieter als Lösung?

Die Wahl eines anderen DSL-Anbieters hilft nicht weiter, wenn diese ebenfalls die Telekom-Leitungen nutzen. "Wenn die gleichen Leitungen genutzt werden, bleiben auch die physikalischen Eigenschaften der Leitung gleich. Falls andere Anbieter jedoch selbst investiert und ausgebaut haben sollten, eine andere Technik oder ein anderes Übertragungsmedium nutzen (z.B. Fernsehkabel) können sich natürlich andere Leitungseigenschaften ergeben", so der Telekom-Sprecher.

Die Telekom investiere massiv in den Netzausbau, im vergangenen Jahr hätten zum Beispiel bundesweit über 2,5 Millionen zusätzliche Haushalte VDSL erhalten. Mit LTE erreiche die Telekom inzwischen über 93 Prozent der Bevölkerung.

Telekom baut Ortsteile von Mücke aus

Im konkreten Fall baue die Telekom in diesem Jahr in Mücke die Ortsteile Flensungen und Nieder-Ohmen aus. Dem betroffenen Kunden aus Mücke-Bernsfeld ist damit aber wohl nicht geholfen. Er muss mangels anderer Möglichkeiten wohl in den sauren Apfel beißen und zunächst bis zu einem weiteren Netzausbau das Telekom-Angebot "Call&Surf Comfort via Funk" nutzen. Oder aber er entscheidet sich für Internet per Satellit. Aber auch dabei gibt es Einschränkungen hinsichtlich des verfügbaren Highspeed-Datenvolumens.

Bei der Suche nach einem vor Ort verfügbaren Internet-Tarif hilft unser Breitband-Tarifrechner.

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