Irreführende Werbung

Kabelanbieter muss Drosselung klar kennzeichnen

Ein Kabelanbieter drosselt in seinen Tarifen die Geschwindigkeit beim Filesharing, wenn ein bestimmtes Datenvolumen pro Tag erreicht ist. Der vzbv klagte, denn der Kunde wurde auf die Drosselung nur in einer kleinen Fußnote hingewiesen.

Internet-Drosselung© Heiko Barth / Fotolia.com

München/Berlin (red) - Die Richter des Landgerichts München gaben einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) statt (Az. 37 O 1267/14 – noch nicht rechtskräftig). Der Kabelanbieter hatte mit einem schnellen Datentransfer geworben, aber nicht ausreichend darauf hingewiesen, dass nach intensiver Internetnutzung die Übertragungsgeschwindigkeit für Filesharing-Anwendungen drastisch reduziert wird.

Drosselung für Tauschbörsen und Filesharing

Kabel Deutschland (www.kabel-deutschland.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können. Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der Link ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.) hatte in Werbeschreiben und auf seiner Webseite für Internet-Flatrates geworben und besonders die schnelle Übertragungsgeschwindigkeit hervorgehoben. Je nach Tarif versprach das Unternehmen einen Dateidownload mit einer maximalen Geschwindigkeit von zehn bis 100 Megabit pro Sekunde.

Kabel Deutschland behielt sich jedoch vor, die Geschwindigkeit für Tauschbörsen und andere Filesharing-Anwendungen auf 100 Kilobit pro Sekunde zu drosseln, sobald der Kunde ein Datenvolumen von zehn Gigabyte am Tag erreicht. Das Streamen von Videodateien wäre dann zum Beispiel für den Rest des Tages nicht mehr möglich. Auf die Einschränkung hatte das Unternehmen zwar hingewiesen – aber nur in einer Fußnote, die nicht mit der Angabe der Internetgeschwindigkeit verknüpft war.

Nicht verknüpfte Fußnote reicht nicht

Der vzbv hatte die Werbung deshalb als irreführend kritisiert. Von einer Internet-Flatrate im Festnetz erwarteten Verbraucher einen uneingeschränkten Internetzugang, bei dem sie nicht dauernd prüfen müssten, ob eine bestimmte Datenmenge erreicht ist. Deshalb hätte Kabel Deutschland auf die Einschränkung für die inzwischen weit verbreiteten Filesharing-Anwendungen deutlich hinweisen müssen.

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