Deutschlandstart

Mobile Connect: Webseiten-Login per Handynummer statt Passwort

Das bereits in 40 Ländern nutzbare, sichere Login-Verfahren Mobile Connect, wird von den drei Mobilfunknetzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica nun auch in Deutschland eingeführt. Auf Webseiten kann man sich mit seiner Handynummer einloggen.

Sichere PasswörterDas Login mit Nutzernamen und Passwort ist zu unsicher. Mit Mobile Connect erfolgt das Login auf Basis der Handynummer.© pmphoto / Fotolia.com

Bonn/Düsseldorf/München – Die drei Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland starten ab sofort das handybasierte Login-Verfahren Mobile Connect. Ein Passwort und die Angabe eines Nutzernamens werden bei dem sicheren, weltweit etablierten Verfahren nach Unternehmensangaben nicht mehr benötigt. Der GSMA-Standard Mobile Connect werde bereits von 70 Netzbetreibern in rund 40 Ländern genutzt. Via Mobile Connect sollen sich die Kunden bei Internet-Angeboten auf PCs, Tablets und Mobiltelefonen anmelden können – mit Smartphone und ihrer Handynummer. Das teilten die drei Mobilfunkunternehmen am Montag per gemeinsamer Pressemitteilung mit.

Eindeutige Identifikation per Handynummer - Verimi als erster Partner

mobile connect LogoDer GSMA-Standard Mobile Connect wird bereits in 40 Ländern genutzt.© Mobile Connect/GSMA/Vodafone Deutschland

Über die persönliche Handynummer können sich Mobilfunkkunden beim Online-Shopping oder bei der Anmeldung in Online-Portalen eindeutig digital identifizieren. Nach Angaben der drei Mobilfunknetzbetreiber sei die Nutzung von Mobile Connect künftig auch für digitale Behördengänge denkbar.

Mit der branchenübergreifenden Identitätsplattform Verimi sei bereits ein erster großer Partner für Mobile Connect in Deutschland gewonnen worden. Verimi integriere das Login-Verfahren in sein Angebot. Das aktuell am meisten verwendete Login-Verfahren ist die Verwendung eines Nutzernamens kombiniert mit einem Passwort. Das sei jedoch umständlich und berge Risiken etwa durch einfach zu erratene Passwörter wie "123456". Zudem würden Nutzer ihre Passwörter nur selten wechseln. Für Hacker sei ein Angriff auf Zugangsdaten somit meist ein leichtes Spiel.

Wie funktioniert Mobile Connect?

Nach Eingabe der Mobilfunknummer in einem Internet-Portal, erhält der Kunde eine SMS auf seinem Handy. In der Textnachricht sei ein Link integriert, mit dem der Erhalt der Nachricht bestätigt werden muss. Dadurch würden Kunden dem Netzbetreiber die verschlüsselte Übermittlung einer "pseudonymisierten Kundenreferenznummer" an den Portalbetreiber erlauben. Die Webseitenbetreiber können den Kunden immer wieder zuordnen und ihm einen Zugang zum Onlineshop gewähren.

Möchten Betreiber einer Internetseite vorerst an dem Login per Passwort festhalten, so könne Mobile Connect zur Verbesserung der Sicherheit als "zweiter Faktor" zusätzlich zum Passwort genutzt werden.

Mobile Connect soll in Deutschland schnell ausgebaut werden

Die drei Mobilfunknetzbetreiber sehen Mobile Connect als sichere Alternative zu den passwortbasierten Login-Verfahren auf vielen Webseiten. Für Webseitenbetreiber sei das Verfahren vorteilhaft: Kunden könnten sich sicher einloggen und schnell in den Online-Shop gelangen. Das Betrugsrisiko sei geringer. Alleine die Telekom prüfe täglich 100.000 Hinweise von Passwortdiebstahl. Mobile Connect könne diese oft von Hackern ausgenutzte Sicherheitslücke schließen.

Mobile Connect soll nach dem Start in Deutschland zügig ausgebaut und möglichst zum Standard bei Logins auf Webseiten werden. Geplant seien weitere Authentifizierungsmethoden und neue Verfahren für mehr Bedienkomfort. Derzeit würden Gespräche mit deutschen und internationalen Dienste-Anbietern über den Einsatz von Mobile Connect geführt. Zugleich seien alle Mobilfunkmarken und virtuellen Netzbetreiber ohne eigenen Netz eingeladen, das neue Login-Verfahren zu unterstützen.

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Jörg Schamberg

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