Geoblocking

Online-Shopping in der EU soll einfacher werden

Grenzüberschreitendes Online-Shopping in der EU sollen einfacher werden; darauf haben sich mehrere EU-Behörden verständigt. Insbesondere soll das sogenannte Geoblocking ein Ende haben. Für einen Bereich gilt das jedoch nicht.

EU-Kommission© mik ivan / Fotolia.com

Brüssel – Freie Fahrt für Online-Shopping in Europa ohne geografische Beschränkungen: Das Europäische Parlament, der Europäische Rat und die EU-Kommission haben sich am Montag auf ein Ende des unberechtigten Geoblockings für Verbraucher innerhalb der EU verständigt. Entsprechende Verpflichtungen wurden bereits im September im Rahmen des Digital-Gipfels in der estnischen Hauptstadt Tallinn aufgestellt.

Online-Shopping ohne Diskriminierung

Die Vereinbarungen betreffen Geoblocking beim Kauf von Produkten oder Online-Diensten innerhalb der EU. Von den neuen Regeln wird ein Schub für den Online-Handel in Europa erwartet. Andrus Ansip, Vizepräsident der EU-Kommission, zeigt sich erfreut: "Heute haben wir die ungerechtfertigten Diskriminierung beim Online-Shopping beendet. Das ist eine hervorragende Nachricht für Verbraucher. Mit den neuen Regeln können die Europäer auswählen, von welcher Website sie kaufen möchten, ohne blockiert oder umgeleitet zu werden. Dies wird bis Weihnachten im nächsten Jahr Realität sein."

Der europäische Binnenmarkt erhalte laut Elżbieta Bieńkowska, EU-Kommissarin für den Binnenmarkt und Industrie, ein Upgrade für die digitale Welt. Verbraucher haben nun auch bei Online-Einkäufen in anderen EU-Ländern die gleichen Möglichkeiten wie Inländer vor Ort. Als nächster Schritt werde eine Preissenkung für den länderübergreifenden Paketversand angestrebt. Dies halte viele Verbraucher davon ab, Produkte innerhalb der EU zu kaufen und zu verkaufen.

Online-Einkäufe innerhalb der EU zu Bedingungen wie im Inland

EU-Kommissarin Mariy Gabriel, zuständig für digitale Wirtschaft und Gesellschaft sieht in dem Ende des unfairen Geoblocking einen großen Schritt vorwärts für Verbraucher. So ließen sich nun grenzüberschreitende Einkäufe per Kreditkarte zu Bedingungen wie zuhause durchführen. Verbraucher würden nicht länger gezwungen, beispielsweise bestimmte, im Ausland ausgestellte, Kreditkarten zu nutzen.

Ein belgischer Kunde könne nun auch einen Kühlschrank bei einem deutschen Online-Händler kaufen. Liefere der Händler jedoch nicht ins Ausland, so könne der Kunde die Ware selber vor Ort abholen oder einen Transport organisieren. In der Vergangenheit waren zudem Besucher von Disneyland Paris, die online Eintrittskarten kaufen wollten, auf eine nationale Webseite umgeleitet worden. Der Kauf der Tickets war dort teurer als auf der französischen Webseite. Künftig können Kunden also auch direkt ohne Umleitung Tickets kaufen, wenn diese etwa in Frankreich günstiger angeboten werden.

Weiter Einschränkungen für Streamingdienste

Eine große Enttäuschung gibt es jedoch für Abonnenten von Streamingdiensten wie Netflix, Amazon & Co. Denn das Geoblocking für urheberrechtlich geschützte digitale Inhalte wurde nicht aufgehoben. Somit lassen sich Inhalte von Netflix, Amazon & Co. auch weiterhin nicht europaweit nutzen.

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